Demonstration in New York | Bildquelle: dpa

Proteste vor Amtseinführung 20.000 New Yorker - alle gegen Trump

Stand: 20.01.2017 09:50 Uhr

So unbeliebt wie Trump war kaum ein US-Präsident zum Amtsantritt. Das belegen Umfragen und auch der Blick auf die Straße: Immer wieder gibt es Proteste, vor allem in New York. Gestern demonstrierten dort 20.000 - angeführt von vielen Prominenten.

Eine Reportage von Gudrun Engel, ARD-Studio New York

Bill de Blasio steht auf dem Podium vor dem "International Trump Hotel & Tower" am Central Park. New Yorks Bürgermeister führt den Protest an - zusammen mit berühmten Söhnen der Stadt, wie den Schauspielern Robert de Niro und Alec Baldwin, der den neuen US-Präsidenten im Fernsehen parodiert und damit die Massen begeistert.

Auch Filmemacher und System-Kritiker Michael Moore ist gekommen, Bürgerrechtler Al Sharpton, die Schauspieler Julianne Moore, Sally Field und Marc Ruffalo, die Popsängerin Cher. Und hinter ihnen mehr als 20.000 New Yorker - alle gegen Trump.

Cher | Bildquelle: AFP
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An der Demo nahmen viele Prominente teil: Die Sängerin Cher etwa ...

Alec Baldwin und Michael Moore. | Bildquelle: REUTERS
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... oder Filmemacher Michael Moore (links) und Schauspieler Alec Baldwin.

Nein zu Hass und Rassismus

"Wir sagen Nein, Nein, im Namen der Menschlichkeit", skandieren die Demonstranten. Lauren Fox hält ein Schild hoch. "Not my President" steht darauf. Die junge Frau sagt, sie schäme sich für Trump und seine rassistischen Aussagen. Noch nie sei die Ablehnung gegen einen Präsidenten in der Gesellschaft so groß gewesen.

Und noch nie ist sie so deutlich formuliert worden. "Was auch immer passiert: Wir Amerikaner, wir New Yorker, wir Patrioten, wir werden gemeinsam für unsere Rechte und die unserer Mitbürger kämpfen", schwört Robert de Niro die Massen zum Widerstand gegen die Diskriminierung von Minderheiten ein.

Demonstration in New York | Bildquelle: Gudrun Engel
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"No!" steht auf den Schildern vieler Demonstranten. "Not my President" heißt es auf anderen.

New York - Bastion des Widerstandes

Bürgermeister de Blasio war nach Trumps Wahlsieg der erste Demokrat, der ihn in seinem Luxus-Penthouse im Trump Tower besuchte - allerdings nicht, um zu gratulieren. Er habe Trump wissen lassen, dass viele New Yorker sich diskriminiert fühlen. Und de Blasio ist entschlossen, seine Stadt zur Bastion des Widerstandes zu machen.

Er selbst ist deutsch-italienischer Herkunft und mit einer farbigen Aktivistin verheiratet, die selbst jahrelang offen als Lesbe gelebt hat. All das beißt sich mit Trumps wertkonservativen Vorstellungen. "Donald Trump mag die Richtung in Washington angeben, aber wir werden unser Schicksal als Amerikaner selbst bestimmen", macht de Blasio den Protestierenden bei der Kundgebung Mut.

Bill de Blasio | Bildquelle: dpa
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Bürgermeister Bill de Blasio...

Robert de Niro während der Demonstration  in New York | Bildquelle: AFP
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... und Schauspieler Robert de Niro.

Dauerbewachung für den Trump Tower

Die meisten New Yorker wollen Trump einfach schnell aus der Stadt haben. Doch anders als seine Vorgänger will er nicht mit seiner ganzen Familie ins Weiße Haus ziehen. First Lady Melania sieht sich als "First Mom" in der Pflicht und will dem "First Son" Barron den Schulwechsel ersparen. Beide bleiben deshalb bis mindestens zum kommenden Sommer in der Stadt - und dort unter ständiger Bewachung.

Rund um die Uhr stehen Sicherheitsbeamte an allen Eingängen des Trump Towers, der an Manhattans Prachtmeile Fifth Avenue 200 Meter hoch den Himmel kratzt.

Demonstrationen vor Trump Tower
tagesschau24 10:00 Uhr, 20.01.2017, Gudrun Engel, WDR

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Kosten für die Steuerzahler: täglich eine halbe Million

Polizisten vor dem Trump Tower | Bildquelle: AFP
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Vor dem Trump Tower stehen seit Monaten Polizisten, was der Stadt Millionenkosten verursacht.

Kostenpunkt für die New Yorker: Täglich etwa eine halbe Million Dollar, hat die Stadt berechnet - für Sicherheitspersonal, Straßensperrungen und andere Maßnahmen. Die Beamten des New York Police Departments haben nach eigenen Angaben seit der Wahl Trumps bereits Überstunden im Gegenwert von einer halben Milliarde Dollar angehäuft.

Bürgermeister de Blasio hat der Regierung in Washington deshalb schon mal 35 Millionen Dollar in Rechnung gestellt. Erstattet wurde aber bislang nur ein Bruchteil. Die Aussicht, dass der neue Präsident regelmäßig ihre Stadt lahmlegen könnte, und seine oftmals wenig präsidialen Äußerungen haben eine breite Allianz aus Politik, Kultur und Gesellschaft dazu gebracht, die ersten 100 Tage seiner Amtszeit zu täglichen Protestaktionen nutzen zu wollen.

Filmemacher Michael Moore etwa forderte die Demonstranten am Central Park dazu auf, künftig täglich bei ihrem Kongress-Abgeordneten anzurufen und ihr Missfallen über die Regierung auszudrücken - Zermürbungstaktik. "Wir sind die Mehrheit! Gebt nicht auf", sagt er.

Bürgerbündnisse in allen Stadtteilen

In der ganzen Stadt haben sich so Protest-Bündnisse zusammengefunden. In Harlem, wie in Brooklyn oder auf Staten Island. Bereits zur Vereidigung heute soll es die nächste Demonstration in New York geben - dieses Mal vor seinem Wohnhaus an der Fifth Avenue. Und so werden die Plakate und Spruchbänder am Ende der Kundgebung nicht eingepackt, sondern einfach nur ein paar Blocks weiter getragen.

Umfragen zur Beliebtheit Trumps

Laut einer Umfrage des US-Senders CNN sind nur 40 Prozent der US-Amerikaner mit der Art und Weise einverstanden, wie Donald Trump die Übergangsphase im Weißen Haus organisiert hat. Sein scheidender Amtsvorgänger Barack Obama war 2009 noch mit 84 Prozent Zuspruch ins Weiße Haus eingezogen. Bei George W. Bush waren es 61 Prozent Zustimmung, bei Bill Clinton 67 Prozent.

Eine Umfrage für die "Washington Post" und den Sender ABC News ergab, dass Trump der unbeliebteste gewählte Präsident seit Jimmy Carter im Jahr 1977 ist. Demnach sagten ebenfalls nur 40 Prozent der Befragten, dass sie einen positiven Eindruck von Trump hätten, 54 Prozent verneinten das. Trump selbst hält diese Umfragen für "zurechtgebastelt".


Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Januar 2017 um 10:00 Uhr.

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