Anti-IS-Treffen in Rom | Bildquelle: dpa

Treffen der Anti-IS-Koalition Den IS "dauerhaft" besiegen

Stand: 02.02.2016 19:25 Uhr

Das Versprechen klingt nach Entschlossenheit. Der sogenannte Islamische Staat soll dauerhaft besiegt werden - das haben die Staaten der Anti-IS-Koalition auf einem Treffen in Rom bekräftigt. Doch sie räumen auch ein: Der Kampf braucht Zeit.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Seit einem Jahr gibt es diese "Koalition der Willigen" nun schon. 23 Staaten beteiligen sich militärisch, mehr oder weniger engagiert, insgesamt sind nach US-Angaben inzwischen 66 Staaten an Bord.

Doch auch nach diesem Treffen in Rom ist klar, dass der Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat nicht einfacher geworden ist. US-Außenminister John Kerry beschrieb vor allem die Lage in Syrien in aller Deutlichkeit. Die Krise werde mit jedem Tag schlimmer. Und deshalb, so Kerry weiter, würde es "enorm helfen, wenn die, die sagen, sie sind da, um den IS zu bekämpfen, den IS auch bekämpfen. Jedes Land in der Region ist gegen den IS, auch Regierungen, die in Sachen Syrien eine andere Meinung haben."

Internationale Koalition berät über Strategie im Kampf gegen IS-Terrormiliz
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2016, Ellen Trapp, ARD Rom

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Was folgt aus der Gegnerschaft?

Aber die Schlüsse die die einzelnen Staaten aus dieser Gegnerschaft ziehen, sind immer noch recht unterschiedlich. Kerry konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf das russische Engagement nicht verkneifen. Russland ist zwar nicht Teil der Anti-IS-Koalition, fliegt seit September Luftangriffe in Syrien, hat aber offensichtlich eine andere Agenda als die USA oder auch die Türkei, mit der es immer wieder zu Konflikten kommt.

Kerry war es deshalb wichtig, die Erfolge des gewaltigen Einsatzes zu betonen: Fast 10.000 Luftangriffe habe man geflogen, rund 20.000 Soldaten und Polizisten im Irak und Syrien ausgebildet. Im Irak habe der IS fast 40 Prozent des von ihm maximal kontrollierten Gebietes wieder verloren, in Syrien um die 30 Prozent.

Erklärte Absichten, aber die Konsequenzen?

Am Ende des Treffens in Rom gab es trotzdem vor allem Durchhalteparolen. "Die Mitglieder dieser Koalition erkennen vollständig an, dass dieser Kampf langwierig ist. Wir werden den Druck hoch halten, indem wir den IS aus jedem Winkel drängen, seine Versuche unterbinden, anderswo Netzwerke aufzubauen, seine Finanzströme unterbrechen, seine Verbündeten bloßstellen."

13,5 Millionen Menschen sind in Folge des Syrien-Konfliktes nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Versorgung dieser Menschen ist mehr als schwierig - und Grund für massenhafte Flucht, auch nach Europa. Auch deshalb war man sich in Rom darüber einig, dass militärische Erfolge allein gegen den IS nicht ausreichen, dass man eine politische Lösung braucht.

Warten auf Russland und Iran

Und Einigkeit gab es offenbar auch, was zwei wichtige Staaten angeht, die in Rom nicht dabei waren: Auch Russland und der Iran müssten Teil der politischen Lösung sein, sagte John Kerry. Aber ob die nun durch erste Verhandlungen in Genf wahrscheinlicher geworden ist, wollte heute noch niemand sagen.

Es ging aber nicht nur um Syrien und den Irak - auch die Lage in Libyen war Thema der Beratungen, an denen für Deutschland Außenminister Frank-Walter Steinmeier teilgenommen hatte. In Libyen kämpfen inzwischen Milizen unter der Flagge des IS und tragen zu einer weiteren Destabilisierung des Landes bei.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte am Rande des Treffens einen bevorstehenden Militäreinsatz in Libyen aber dementiert. Und auch Italien setzt offenbar vor allem auf eine Friedensmission unter Führung der Vereinten Nationen. Auch bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Anti-IS-Treffen in Rom geht zu Ende
J.-C. Kitzler, ARD Rom
02.02.2016 19:06 Uhr

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