Ein US-Kampfjet nach Luftangriffen in Syrien, Archivbild | Bildquelle: AFP

Bilanz zu Anti-IS-Luftschlägen im Irak und Syrien 64 tote Zivilisten seit November 2015

Stand: 10.11.2016 07:13 Uhr

Die USA haben eingeräumt, dass bei 24 Luftangriffen im Irak und in Syrien seit November 2015 vermutlich 64 Zivilisten getötet wurden. Zugleich steht die irakische Armee wegen möglicher Hinrichtungen nahe der Großstadt Mossul unter Druck.

Bei 24 Luftangriffen der Anti-IS-Koalition im Irak und Syrien sind zwischen November 2015 und September 2016 nach US-Angaben 64 Zivilisten getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden, teilte der Sprecher des US-Zentralkommandos mit. Dazu verwies er auf jüngst abgeschlossene Untersuchungen.

Damit sei die Zahl der zivilen Todesopfer durch Luftangriffe im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" auf nunmehr 119 gestiegen. Die Zahl der Verletzten liege bisher bei 37. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass bei jedem Zwischenfall das vom US-Militär vorgeschriebene Prozedere befolgt worden sei, sagte der Sprecher. Zudem seien immer Vorkehrungen getroffen worden, um zivile Todesopfer möglichst zu vermeiden.

In die vom US-Zentralkommando eingeräumten Fälle wurde allerdings nicht ein Luftangriff vom Juli einbezogen, bei dem nahe der syrischen Stadt Manbidsch 56 Zivilisten getötet worden sein könnten. Die USA prüfen solche Berichte, veröffentlichen aber meist erst nach mehreren Monaten Informationen dazu. Unerwähnt blieb auch eine Attacke im September, die womöglich Dutzende syrische Regierungssoldaten das Leben kostete.

Folter im Irak?

Zugleich hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den irakischen Sicherheitskräften vorgeworfen, bei ihrer Offensive auf die irakische Großstadt Mossul Zivilisten misshandelt und getötet zu haben.

Bewaffnete Männer in staatlichen Polizeiuniformen hätten bis zu sechs Menschen kaltblütig erschossen und vorher teilweise gefoltert. Die Sicherheitskräfte hätten den Opfern Verbindungen zum IS vorgeworfen. "Die irakischen Behörden müssen umgehend gründliche und unabhängige Untersuchungen dieser Vorfälle durchführen", forderte die stellvertretende Direktorin des Amnesty Büros in Beirut, Lynn Maalouf. Hinrichtungen dieser Art verstießen gegen internationales Recht.

Im Oktober hatte die irakische Armee zusammen mit Verbündeten eine von der US-Luftwaffe unterstützte Großoffensive gegen Mossul gestartet, die letzte Bastion des IS im Irak. Seit Beginn des Vormarschs flohen bereits mehr als 40.000 Menschen aus der umkämpften Stadt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. November 2016 um 02:21 Uhr.

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