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Selbstmordattentat im abgeschirmten Herzen Kabuls

Mindestens fünf Tote in Kabul

Taliban verüben Anschlag im Diplomatenviertel

Auch wenn die Taliban in Afghanistan ausländische Einrichtungen zum Ziel erklären, sterben doch meist zahlreiche Zivilisten. So auch bei einem Anschlag im Diplomatenviertel bei Kabul. Unter den Opfern sind auch Kinder.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Nach Angaben der afghanischen Polizei war der Attentäter ein Minderjähriger. Er sprengte sich in der Nähe des Hauptquartiers der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) in die Luft und riss Kinder mit in den Tod, die im Diplomatenviertel als Straßenhändler unterwegs waren. Wenn sich bewahrheite, dass der Selbstmordattentäter ein Teenager war, dann zeige das die Feigheit der Aufständischen, heißt es in einer Pressemitteilung der ISAF. Es sei verabscheuungswürdig, schutzlose Jugendliche zu solchen Taten zu zwingen.

Anschlagsopfer sind überwiegend Zivilisten

Die Taliban bekannten sich schnell zu dem Anschlag. Sie bestreiten, dass der Täter minderjährig war. Sie erklärten, ein Büro des US-Auslandsgeheimdienstes CIA angegriffen zu haben. Doch wie bei den meisten Selbstmordanschlägen sind auch dieses Mal fast ausschließlich Zivilisten betroffen.

Eine Blutlache und Schuhe zeugen von den Opfern des Anschlags.
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Eine Blutlache und Schuhe zeugen von den Opfern des Anschlags.

Französische Soldaten untersuchen den Tatort in Kabul.
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Französische Soldaten untersuchen den Tatort in der Innenstadt Kabuls.

Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als 1100 Zivilisten getötet worden. Demnach sind die Taliban und andere extremistische Gruppen für 80 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Dass es einem Angreifer erneut gelingen konnte, mit Sprengstoff in die Hochsicherheitszone im Herzen Kabuls einzudringen, wirft Fragen auf, zumal sich dieser jüngste Selbstmordanschlag ereigneten, nachdem die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verstärkt worden sind.

An diesem Wochenende finden in Afghanistan Gedenkveranstaltungen für Ahmad Sha Massoud statt. Der besonders in Nordafghanistan als Kriegsheld verehrte Massoud hatte in den 80er-Jahren erst gegen die sowjetischen Besatzungstruppen, und dann ab Mitte der 90-er Jahre gegen die Taliban gekämpft. Er war am 9. September 2001 von zwei Selbstmordattentätern des Terrornetzwerks Al Kaida getötet worden, nur zwei Tage vor den Anschlägen auf New York und Washington, die den Afghanistan-Krieg auslösten.

Anschlag im Diplomatenviertel von Kabul
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
08.09.2012 20:59 Uhr

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Stand: 08.09.2012 17:10 Uhr

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