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Mindestens fünf Tote im Diplomatenviertel

Selbstmordattentat im abgeschirmten Herzen Kabuls

Das Diplomatenviertel in Kabul ist streng bewacht - dennoch gelingt es den radikal-islamischen Taliban immer wieder, dort Anschläge zu verüben. Bei einem Selbstmordattentat starben nun mindestens fünf Zivilisten, darunter auch Kinder, die dort als Straßenhändler arbeiteten.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Der Attentäter war mit einem Motorrad unterwegs und sprengte sich in der Nähe des Hauptquartiers der Internationalen Schutztruppe ISAF in die Luft. Unter den Opfern sind nach offiziellen Angaben auch mehrere Kinder, die am Tatort als Straßenhändler gearbeitet hatten. Wie es dem Selbstmordattentäter gelingen konnte, mit Sprengstoff ausgerüstet in das besonders gesicherte Diplomatenviertel im Herzen Kabuls einzudringen, muss jetzt untersucht werden.

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich schnell zu dem Anschlag. Nach eigenen Angaben wollten sie ein Büro des US-Auslandsgeheimdienstes CIA treffen. Doch wie bei den meisten Selbstmordanschlägen sind auch dieses Mal fast ausschließlich Zivilisten betroffen.

Selbstmordanschlag in der Nähe des ISAF-Hauptquartiers in Kabul
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
08.09.2012 13:36 Uhr

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Für 80 Prozent der zivilen Opfer sind Extremisten verantwortlich

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Afghanistan mehr als 1100 Zivilisten getötet und fast 2000 verletzt worden. Für 80 Prozent der Todesfälle sind demnach die Taliban und andere aufständische Extremisten-Gruppen verantwortlich.

Eine Blutlache und Schuhe zeugen von den Opfern des Anschlags.
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Eine Blutlache und Schuhe zeugen von den Opfern des Anschlags.

Französische Soldaten untersuchen den Tatort in Kabul.
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Französische Soldaten untersuchen den Tatort in der Innenstadt Kabuls.

Der jüngste Selbstmordanschlag in Kabul ereignete sich zu einem Zeitpunkt, an dem viele Menschen im Land innehalten, um Ahmad Shah Massuds zu gedenken. Massud hatte in den 1980er-Jahren erst gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und dann ab Mitte der 1990er-Jahre gegen die Taliban-Bewegung gekämpft.

Er wurde am 9. September 2001 im Norden des Landes von zwei Selbstmordattentätern getötet - zwei Tage vor den Terroranschlägen von New York und Washington, die zum Afghanistan-Krieg führten.

Stand: 08.09.2012 14:09 Uhr

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