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Regierung spricht von Terrorakt
Anschlag auf Bus in Tel Aviv
Bei einem Anschlag auf einen Bus in der israelischen Metropole Tel Aviv hat es nach Polizeiangaben mindestens 17 Verletzte gegeben. Der Anschlag ereignete sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Stadtzentrum.
Es war der erste Bombenanschlag auf einen Tel Aviver Bus seit dem Jahr 2006. Noch hat sich niemand zu der Tat bekannt.
Mindestens zehn Verletzte bei Bombenanschlag in Tel Aviv
tagesschau 12:00 Uhr, 21.11.2012, Bernd Niebrügge, ARD Tel Aviv
Regierung spricht von Terroranschlag
Ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem terroristischen Anschlag. Die meisten Opfer seien aber nur leicht verletzt worden.
Der israelische Rundfunk meldete, es handele sich nicht um einen Selbstmordanschlag. Möglicherweise habe ein Attentäter eine Bombe gelegt und sei entkommen. Im israelischen TV waren Bilder zu sehen, die den qualmenden Bus mit zerborstenen Scheiben zeigten.
Der Vorfall ereignete sich während der Offensive der israelischen Streitkräfte gegen die im Gazastreifen regierende radikale palästinensische Organisation Hamas. Palästinensische Kämpfer beschießen Israel mit Raketen.
Richard C. Schneider (ARD Tel Aviv) zur Bedeutung des Anschlags
tagesschau 12:00 Uhr, 21.11.2012
Hamas begrüßt Attentat
Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas begrüßte den Bombenanschlag. "Wir gratulieren unserem Volk zu dieser heldenhaften Tat", hieß es in einer Mitteilung, die über die Lautsprecher von Moscheen verlesen wurde. Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf die Tötung von Zivilisten durch die israelische Luftwaffe, hieß es im Hamas-Fernsehsender.
Im Gazastreifen gab es nach israelischen Medienberichten auch Freudenschüsse in die Luft. Bisher starben in der Enklave am Mittelmeer etwa 140 Menschen durch israelische Angriffe, darunter viele Zivilisten. Auf israelischer Seite starben fünf Menschen durch den Raketenbeschuss.
Weiter Ringen um Waffenruhe
Eine Waffenruhe zwischen Israel und den Militanten im Gazastreifen bleibt unterdessen trotz intensiver diplomatischer Bemühungen der USA und Ägyptens aus. Die amerikanische Außenminister Hillary Clinton vermittelt weiter in der Region. Israelische Regierungsvertreter und Sprecher der Hamas ließen über ägyptische Vermittler mitteilen, dass Hoffnung auf eine baldige Feuerpause bestehe. Allerdings sei das noch lange nicht sicher. Zuvor hatte ein Hamas-Sprecher erklärt, eine Einigung sei noch heute zu erwarten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte die israelische Offensive. Angesichts der ständigen Raketenangriffe auf israelisches Staatsgebiet habe die dortige Regierung das Recht zur Verteidigung ihrer eigenen Bevölkerung, sagte sie im Bundestag. Zugleich setze die Bundesregierung alles daran, den politischen Verhandlungsprozess in Gang zu setzen, um eine Waffenruhe zu erreichen. Dazu gebe es keine vernünftige Alternative.
Iran bekennt sich zu Militärhilfe für die Hamas
Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani bestätigte, dass der Iran der Hamas auch militärische Hilfe leistet und darauf stolz sei: Der Iran hatte bislang angegeben, dass man Hamas und Palästina nur politisch und nicht militärisch unterstütze. "Die arabischen Länder veranstalten Konferenzen und reden nur, aber sie müssen wissen, dass die Palästinenser dies nicht brauchen . Wir sind daher stolz zu verkünden, dass unsere Hilfe für Hamas finanziell und militärisch ist", sagte Laridschani nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars.
Stand: 21.11.2012 14:04 Uhr
