Polizisten am Rande der Halloween-Parade in New York | Bildquelle: dpa

New York nach Anschlag "Unser Geist ist stärker als eurer"

Stand: 01.11.2017 09:59 Uhr

Es ist der verheerendste Terroranschlag in New York seit dem 11. September 2001. Doch New York zeigt sich stark und furchtlos: Nur Stunden nach der Attacke mit acht Toten tanzen Zehntausende bei der großen Halloweenparade.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Fünf Stunden nur nach dem verheerendsten Terroranschlag in New York City seit dem 11. September 2001 tanzen Zehntausende New Yorker trotzig auf der Halloweenparade durch die Stadt. Nach dem Motto: Jetzt erst recht. Unter ihnen der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, mit einer Botschaft an alle Terroristen:

"Der Nachmittag war schrecklich," sagt Cuomo, "aber heute Abend feiern wir, um euch Terroristen zu zeigen: Ihr habt nicht gewonnen. Wir New Yorker leben unsere Leben weiter und erlauben den Terroristen nicht zu gewinnen. Punkt."

Der Gouverneur hat die Spitze des World Trade Centers, wenige hundert Meter nur vom Anschlagsort entfernt, in der Nacht Rot-Weiß-Blau in amerikanischen Farben leuchten lassen. Auch das eine Botschaft: New York steht auf gegen den Terror.

Acht Tote bei mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Manhattan
tagesschau 09:00 Uhr, 01.11.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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Wahllos Passanten und Radfahrer überrollt

Und der begann gestern Nachmittag um 15.05 Uhr Ortszeit im Westen der Stadt. Das Auto sei aus dem Nichts gekommen, sagt ein Augenzeuge. "Überall um mich herum Kinder. Wir fingen an zu rennen und ich hab gerufen: 'Hierher!'"

Der Täter rast mit einem gemieteten Kleinlaster auf den am meisten befahrenen Radweg New Yorks, direkt am Hudson. Eine 1,6 Kilometer lange Horrorfahrt. Mit über 100 Kilometern pro Stunde habe das Fahrzeug wahllos Passanten und Radfahrer überrollt, so Augenzeugen. Die Bilanz: Acht Tote, mindestens elf Schwerverletzte. Erst als der Wagen einen Schulbus rammt, stoppt die Fahrt. Der Täter springt aus dem Auto: Augenzeugen sagen, er habe "Allah Akbar" gerufen: Gott ist groß. Der Täter schwenkt eine Luftpistole und eine Paintballwaffe, ein Polizist streckt ihn schließlich mit einem Bauchschuss nieder.

Polizei in Manhattan | Bildquelle: dpa
galerie

Mit einem gemieteten Kleinlaster raste der Täter mit 100 Kilometern pro Stunde auf den am meisten befahrenen Radweg New Yorks.

De Blasio: Feiger Terrorakt

Wenig später spricht New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio bereits Klartext: Es sei ein Terroranschlag gewesen, ein besonders feiger Terrorakt noch dazu.

US-Präsident Donald Trump twittert umgehend, spricht von Terror, sagt, wir dürfen es nicht zulassen, dass der "Islamische Staat" zurückkehrt oder in unser Land gelangt, nachdem wir ihn im Nahen Osten und anderswo besiegt haben. "Enough!" - es reicht.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
We must not allow ISIS to return, or enter, our country after defeating them in the Middle East and elsewhere. Enough!

Im nächsten Tweet die Ankündigung, das Heimatschutzministerium werde die Sicherheitsüberprüfungen für USA-Reisende verschärfen. Politisch korrekt zu sein, sagt Trump, sei in Ordnung. "Aber nicht dafür."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I have just ordered Homeland Security to step up our already Extreme Vetting Program. Being politically correct is fine, but not for this!

Der demokratische Gouverneur New Yorks schlägt andere Töne an. Ein trotziges "jetzt erst recht": "New York und die USA stehen für Freiheit und Demokratie", sagt Cuomo. "Was immer ihr für Anschläge zu uns bringt, ihr werdet scheitern. Unser Geist ist stärker als eurer."

Die Halloweenparade am Abend nach dem Anschlag nicht abgesagt aber schwer bewacht von Anti-Terror-Einheiten. Das FBI ermittelt. Der 29-jährige Täter kam 2010 aus Usbekistan in die USA. Er hatte eine Greencard, lebte legal im Land und wohnte zuletzt in Florida und New Jersey. Ein von der Polizei veröffentlichtes Foto zeigt eine Aufnahme des Mannes aus dem Oktober 2016, als er in Missouri offenbar von der Autobahnpolizei verhaftet worden war. Weitere Informationen gibt es bisher nicht.

"Das ist New York: Wir sind stark und furchtlos"

New York gibt sich unbeeindruckt. An der Halloweenparade am Abend nimmt eine als Geist verkleidete New Yorkerin teil, die für den Geist von New York steht, wie sie sagt: "Ich lasse mir doch von einem Verlierer wie dem keine Angst einjagen", erklärt sie. "Das ist New York. Die sollen wissen: Wir sind stark und furchtlos."

Trotzdem: Ausgerechnet am kommenden Wochenende findet der berühmte New York Marathon statt. Die Stadt bereitet sich vor - während US-Präsident Trump jetzt den ersten Terroranschlag innerhalb der USA erlebte, seit er im vorigen November ins Weiße Haus gewählt wurde. 

Mutmaßlicher Terroranschlag in New York
Georg Schwarte, ARD New York
01.11.2017 09:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. November 2017 um 09:00 Uhr.

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