Nach dem Anschlag von Manchester legen Menschen Blumen für die Opfer nieder.  | Bildquelle: dpa

Manchester-Anschlag Was wusste der MI5?

Stand: 29.05.2017 14:37 Uhr

Hatte der britische Geheimdienst MI5 vor dem Anschlag Hinweise auf den Manchester-Attentäter? Das soll nun untersucht werden. Mittlerweile ist der Wahlkampf wieder in vollem Gange - und die Innere Sicherheit rückt in den Vordergrund.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Die britischen Behörden sollen mehrmals davor gewarnt worden sein, dass Salman Abedi, der Attentäter von Manchester, auf dem Weg in die Radikalisierung sei. Das berichteten britische Medien schon in der vergangenen Woche. Demnach soll es schon vor fünf Jahren sehr konkrete Hinweise gegeben haben, dass der damalige Teenager den "Islamischen Staat" und auch Selbstmordattentate gut fände.

Gab es diese Hinweise tatsächlich? Und wenn ja: Was ist mit ihnen geschehen? Eine eigene Untersuchung im MI5, dem britischen Inlandsgeheimdienst, soll nun diesen Fragen nachgehen.

Die britische Innenministerin Amber Rudd begrüßt diesen Schritt, wirbt zugleich aber auch um ein gewisses Verständnis: "Tatsache ist, dass diese Terroristen, die uns so schweren Schaden zufügen, ihre Strategie ständig ändern. Die Art, wie sie Leute radikalisieren, die Bomben, die sie bauen, die Techniken, mit denen sie kommunizieren - all das ändert sich permanent."

MI5 untersucht Umgang mit Warnungen vor Manchester-Anschlag
nachtmagazin 00:30 Uhr, 30.05.2017, Mareike Aden, ARD London

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Verbleib im europäischen Sicherheitssystem?

Der Wahlkampf ist wieder in vollem Gange, in zehn Tagen wird das neue Unterhaus gewählt. Durch den Anschlag von Manchester ist nun auch die Sicherheitspolitik in den Mittelpunkt gerückt. Die oppositionelle Labour-Partei, die in den Umfragen gerade aufholt, hat schon vor dem Attentat 10.000 zusätzliche Stellen bei der Polizei versprochen.

Nick Clegg von den Liberaldemokraten - unter David Cameron stellvertretender Premierminister - fordert die Regierung auf, trotz Brexit innerhalb des europäischen Sicherheitskonzepts zu bleiben, um an wichtige Informationen zu kommen: "Es wäre ein verheerender Effekt im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus, wenn wir keinen Zugang mehr dazu hätten. Das geht aber nur, wenn wir uns den europäischen Datenschutzregeln unterordnen. Wenn wir das nicht tun - und das ist es, was Premierministerin Theresa May sagt - haben wir zu diesen Daten keinen Zugang mehr."

Dem widerspricht Innenministerin Rudd nicht, einen vollständigen und uneingeschränkten Verbleib innerhalb der Systeme verspricht sie aber auch nicht: "Wenn wir die Europäische Union verlassen, dann brauchen wir eine neue Vereinbarung, damit wir und unsere Partner gegenseitig Zugang zu den Sicherheitsdaten haben. Das wird Teil der Verhandlungen sein, und ich glaube, dass wir einen Weg finden werden, der unser Land ebenso sicher macht wie die anderen."

Zahlreiche Sicherheitskonzepte werden überprüft

14 Personen sitzen gegenwärtig im Polizeigewahrsam - welche konkreten Verbindungen sie zum Anschlag vom vergangenen Montag haben, ist nicht bekannt. Man müsse der Polizei jetzt ein bisschen Zeit für die richtigen Schlüsse geben, sagt Rudd.

Die Terrorwarnstufe wurde am Wochenende von fünf auf vier zurückgesetzt, was aber nur heißt, dass nicht mehr mit einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet wird. Bei Warnstufe vier gilt ein Terrorakt weiterhin als sehr wahrscheinlich. Die zahlreichen Großveranstaltungen am heutigen Feiertag in Großbritannien sollen erneut durch bewaffnete Kräfte geschützt werden.

Die Sicherheitskonzepte von mehr als 1300 Events wurden überprüft. Bei mehreren Hundert Veranstaltungen, bei denen es zuvor nicht geplant war, werden jetzt auch bewaffnete Polizisten eingesetzt.

Manchester: Diskussion über die Sicherheitsbehörden
Thomas Spickhofen, ARD London
29.05.2017 13:39 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 29. Mai 2017 Inforadio um 12:23 Uhr und NDR Info um 15:08 Uhr.

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