Eine Karte von Libyen mit Sliten

Terror in Libyen IS bekennt sich zu Angriff auf Polizei

Stand: 08.01.2016 20:04 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat sich zu dem Selbstmordanschlag auf eine Polizei-Akademie in Libyen mit mindestens 50 Toten bekannt. Der IS veröffentlichte im Internet ein Bekennerschreiben.

Den Selbstmordanschlag auf eine Polizei-Akademie in Libyen hat nach eigenen Angaben ein Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" begangen. Die "Provinz Tripolis des Islamischen Staates" veröffentlichte im Internet ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben zu dem Angriff in Sliten vom Donnerstag. Der IS-Kämpfer Abdallah al-Muhadschir habe "inmitten einer Basis der abtrünnigen libyschen Streitkräfte" einen Lastwagen in die Luft gesprengt, hieß es dort. Das berichtete die Organisation zur Beobachtung terroristischer Aktivitäten Site.

Bei dem Anschlag verschiedenen Angaben zufolge 50 bis 80 Menschen getötet und weit mehr als 100 verletzt worden. Sliten war allerdings bisher nicht für die Anwesenheit von Dschihadisten bekannt. Der IS beherrscht in dem Land einen Küstenstreifen am Mittelmeer rund um die Stadt Sirte. und versucht, Ölanlagen zu erobern. Die Handelsstadt Sliten liegt etwa 160 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Der IS hat in weiten Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen und versucht in anderen Staaten "Provinzen" zu errichten.

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von mehreren bewaffneten Milizen beherrscht, die neben den beiden rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und in der Hauptstadt Tripolis um die Macht ringen.

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