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Polizisten tragen einen verletzten Mann von der Anschlagstelle in Beirut

UN und USA verurteilen Anschlag in Beirut

"Ein abscheulicher Terrorakt"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben den Autobombenanschlag von Beirut verurteilt, durch den in der libanesischen Hauptstadt acht Menschen getötet und mindestens 78 verletzt wurden. Das Attentat müsse gründlich aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban.

Tote und Verletzte bei Anschlag in Beirut
U. Leidholdt, ARD Amman
19.10.2012 19:57 Uhr

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Er rief alle Beteiligten im Libanon auf, sich von dem "abscheulichen Terrorakt" nicht provozieren zu lassen. Die 15 Ratsmitglieder verurteilten das Attentat als "abscheuliche Tat". Die Bevölkerung des Libanon solle sich nicht darin beirren lassen, die Einheit des Landes und die Stabilität zu wahren.

"Terrorismus in allen seinen Formen und Erscheinungen ist eine der ernsthaftesten Bedrohungen für den internationalen Frieden", hieß es in der Erklärung des UN-Sicherheitsrats. Das höchste UN-Gremium verurteilte "jeden Versuch, den Libanon durch politische Morde zu destabilisieren".

USA verurteilen Anschlag als "barbarisch"

Auch die USA verurteilten den Anschlag scharf. Es handele sich um eine "abscheuliche Attacke", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Tommy Vietor, laut einer in Washington verbreiteten Mitteilung. Er drückte die Unterstützung der USA für das libanesische Volk aus und sagte, dass die Sicherheit des Landes sehr bedeutend für die Stabilität in der Region sei.

"Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einen Mordanschlag als politisches Werkzeug zu nutzen", sagte Vietor. Die USA würden der libanesischen Regierung zur Seite stehen, während sie die Verantwortlichen für die "barbarische" Tat zur Verantwortung zöge.

Nach Bombenanschlag protestieren Libanesen mit Straßenblockaden
tagesschau 10:00 Uhr, 20.10.2012

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Ministerpräsident ordnet Tag der Trauer an

Bei der Explosion einer Autobombe in der libanesischen Hauptstadt Beirut war auch General Wissam al Hassan, ein hochrangiger Funktionär des libanesischen Geheimdienstes getötet worden. Er könnte nach Einschätzung von Beobachtern das Ziel der Attentäter gewesen sein.

Laut Geheimdienstangaben hatte al Hassan in den Tagen vor seinem Tod mehrfach Morddrohungen erhalten. Er war ein Vertrauter des libanesischen Oppositionschefs Saad Hariri, der wiederum der syrischen Führung von Präsident Baschar al Assad feindlich gegenübersteht. Ende des Jahres sollte al Hassan Chef der Polizei im Libanon werden.

Saad Hariri machte die syrische Führung für den Anschlag verantwortlich: "Wir werfen Assad vor, Wissam al Hassan, den Garanten der Sicherheit im Libanon, getötet zu haben", sagte Hariri einem libanesischen Sender.

Die syrische Regierung wies jede Verantwortung von sich. Kurz nach dem Anschlag im Nachbarland veröffentlichten die staatlichen syrischen Medien eine Stellungnahme von Informationsminister Omran al Soabi. Er verurteilte den Anschlag als "feigen Akt des Terrorismus". Ministerpräsident Mikati berief den Sicherheitsrat des Landes ein und ordnete einen Tag der Trauer an.

Eine Autobombe erschütterte das christliche Viertel in Beirut.
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Eine Autobombe erschütterte das christliche Viertel in Beirut.

Explosion zur Hauptverkehrszeit

Die Bombe explodierte mitten in der Hauptverkehrszeit in einer Straße, in der die christliche Falangisten-Partei ihre Zentrale hat. Sie zählt zu den Gegnern des syrischen Präsidenten Assad. Deswegen war auch darüber spekuliert worden, ob der Anschlag dieser Partei galt.

Die Bombe ging zu einem Zeitpunkt hoch, zu dem viele Eltern ihre Kinder von der Schule abholten. Über der Innenstadt stieg schwarzer Rauch auf. Krankenwagen fuhren an den Explosionsort im überwiegend von Christen bewohnten Stadtteil Ashafriyeh. Mehrere Fahrzeuge gerieten durch die Explosion in Brand. Ein mehrstöckiges Gebäude wurde schwer beschädigt. Ministerpräsident Najib Mikati erklärte, die Regierung versuche herauszufinden, wer hinter dem Anschlag stecke.

Al Hassan war ein enger Gefolgsmann des ermordeten Ministerpräsidenten Rafik al Hariri und leitete auch die Ermittlungen zu dessen Tod. Er ermittelte auch gegen den ehemaligen Minister Michel Samaha, der als Assad-Verbündeter gilt. Nach dem Anschlag strömten im ganzen Land empörte Anhänger al Hassans zu Protesten gegen den Anschlag auf die Straßen.

Syrien-Konflikt destabilisiert Nachbarland Libanon

Durch den Bürgerkrieg in Syrien ist auch im Libanon die Lage angespannt: Ein Teil der Bevölkerung unterstützt Assad, einen Alawiten. Andere Libanesen unterstützen die Rebellen, als deren Rückgrat die Sunniten gelten. In der nordlibanesischen Stadt Tripoli war es deshalb bereits zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten gekommen.

Rettungskräfte bringen Verletzte aus den Gebäuden in der libanesischen Hauptstadt Beirut.
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Rettungskräfte bringen Verletzte aus den Gebäuden in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, es wäre "eine Tragödie für das ohnehin fragile Land und eine große Gefahr für die ganze Region, wenn es zu einem Übergreifen der schrecklichen Gewalt aus Syrien auf den Libanon oder andere Nachbarländer käme". Auch Frankreichs Präsident François Hollande warnte vor Destabilisierungsversuchen. Das US-Außenministerium verurteilte den Anschlag als "terroristischen Akt".

Der Libanon war zwischen 2004 und 2008 von einer Serie von Sprengstoffanschlägen erschüttert worden. Schon damals kam der Verdacht auf, das Assad-Regime könnte an der Planung der Attentate beteiligt gewesen sein. Als Folge des Bombenattentates auf den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri im Februar 2005 hatte Syrien seine letzten Truppen aus dem Nachbarland abziehen müssen.

Stand: 20.10.2012 05:30 Uhr

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