Sicherheitskräfte untersuchen die Stelle der Detonation nach einem Anschlag im Gazastreifen. | Bildquelle: REUTERS

Explosion im Gazastreifen Anschlag auf palästinensischen Regierungschef

Stand: 13.03.2018 11:51 Uhr

Vor fünf Monaten unterzeichneten die Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah ein Versöhnungsabkommen. Nun wurde im Gazastreifen auf den Ministerpräsidenten ein Anschlag verübt - er blieb unverletzt.

Neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah ist ein Sprengsatz detoniert. Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikal-islamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit. Es gebe keine Berichte von Verletzten. Die palästinensische Nachrichtenagentur "Maan" schrieb dagegen, es seien sieben Menschen verletzt worden.

Abbas beschuldigt Hamas

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Wafa. Sein Sprecher sagte: "Der Angriff auf den Konvoi ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes." Nach Medienberichten befand sich auch der Geheimdienstchef Madschid Faradsch bei Hamdallah.

Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu sehen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Festhalten an "nationaler Einheit"

Nach Aussage des Innenministeriums fuhr der Konvoi trotz der Explosion weiter. Hamdallah sprach anschließend bei der Einweihung einer Kläranlage. "Das wird uns nicht davon abhalten, mit der nationalen Einheit weiterzumachen", sagte Hamdallah. "Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen. Was passiert ist, wird uns nicht aufhalten."

Rami Hamdallah | Bildquelle: AFP
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Ministerpräsident Hamdallah blieb offenbar unverletzt.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Konflikt am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend. Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.

Über dieses Thema berichteten am 13. März 2018 NDR Info um 11:45 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau gegen 13:10 Uhr im ARD-Mittagsmagazin.

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