Polizisten in Paris | Bildquelle: picture alliance / MAXPPP

Festnahme von mutmaßlichen Attentätern Frankreich vereitelt Anschlag

Stand: 18.05.2018 11:18 Uhr

Mit der Festnahme zweier Männer hat Frankreich nach Regierungsangaben Pläne für einen neuen Anschlag vereitelt. Die beiden hätten einen Angriff entweder mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin vorbereitet.

Einen Tag vor der Messerattacke in Paris haben die französischen Behörden nach Regierungsangaben einen weiteren Anschlag vereitelt. Zwei Männer mit ägyptischen Wurzeln seien am vergangenen Freitag festgenommen worden, sagte Innenminister Gérard Collomb dem französischen Fernsehsender BFMTV. Sie hätten den Angriff entweder mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin verüben wollen.

"Sie hatten Anleitungen dazu, wie man Gift auf Rizin-Basis herstellt", sagte Collomb. Die Männer hätten über den verschlüsselten Messenger-Dienst Telegram kommuniziert. "Wir haben dieses Anschlagsprojekt aufdecken und sie festnehmen können", so Collomb.

Die Behörden konnten ihre Informationen durch eine Hausdurchsuchung vervollständigen, schrieb der französische Innenminister auf Twitter. Diese Maßnahme habe das Antiterrorgesetz ermöglicht, das in Frankreich im Oktober 2017 in Kraft getreten sei. Das Antiterrorgesetz war an die Stelle des Ausnahmezustands getreten, der im November 2017 ausgelaufen war.

Festnahme in Montmartre

Aus Ermittlungskreisen hieß es, die Festnahme habe im 18. Stadtbezirk von Paris stattgefunden, in dem auch das Touristenviertel Montmartre liegt. Einer der beiden Männer gestand demnach, dass sie den Anschlag verüben wollten.

Am vergangenen Samstag hatte ein 20-Jähriger in einem Ausgehviertel in Paris einen Mann mit einem Messer getötet und fünf weitere Menschen verletzt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" beanspruchte die Tat für sich. Seit Januar 2015 wurden in Frankreich 246 Menschen bei Anschlägen getötet, mehr als 50 Attentate wurden nach Angaben der Behörden vereitelt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Mai 2018 um 10:45 Uhr.

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