Polizei und Feuerwehr auf einer Straße in Ankara | Bildquelle: AFP

Attentat auf türkisches Militär Kurdische Extremisten bekennen sich zu Ankara-Anschlag

Stand: 19.02.2016 18:21 Uhr

Die militante kurdische Splittergruppe TAK hat sich zu dem jüngsten Anschlag in Ankara mit 28 Toten bekannt. Die PKK-nahe Gruppe begründete das Attentat auf ihrer Website mit dem türkischen Vorgehen gegen die Kurden im Südosten des Landes.

Zwei Tage nach dem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara hat sich eine militante Kurdenorganisation zu der Tat bekannt. Die Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) erklärte auf ihrer Internetseite, einer ihrer Kämpfer habe den Anschlag auf "Soldaten der faschistischen türkischen Republik" verübt. Bei dem Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt am Mittwochabend waren 28 Menschen getötet und 81 verletzt worden.

Die TAK begründete den Anschlag mit dem gewaltsamen Vorgehen der Regierung gegen die Kurden im Nordosten des Landes. Sie drohte mit weiteren Attentaten und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Die Gruppe hatte früher Verbindungen zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Diese gilt in der Türkei, der EU und den USA als terroristische Organisation und kämpft für eine Autonomie der Region.

Erdogan beschuldigte syrische Kurden

Die türkische AKP-Regierung von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon wenige Stunden nach dem Anschlag die Kurden verantwortlich gemacht, allerdings die syrischen Kurden von den syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG. Diese hatten die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Als Haupttäter des Anschlags beschuldigten die türkischen Behörden ein 23-jähriges YPG-Mitglied aus Syrien. Türkischen Medienberichten zufolge war der junge Mann als Flüchtling in die Türkei gekommen und wurde durch seine bei der Einreise genommenen Fingerabdrücke identifiziert. Er wurde bei der Explosion getötet.

Die Türkei wurde in den vergangenen Monaten von mehreren Anschlägen erschüttert. Seit dem bislang blutigsten Anschlag, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet wurden, gilt die höchste Terrorwarnstufe. Die türkischen Behörden machten die IS-Miliz für die Tat verantwortlich. Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Touristen.

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 20. Februar 2016 um 01:00 Uhr.

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