Die britische Premierministerin Theresa May | Bildquelle: REUTERS

Berichte in Großbritannien Anschlag auf May vereitelt?

Stand: 06.12.2017 08:41 Uhr

Britische Sicherheitskräfte haben Medienberichten zufolge einen islamistischen Anschlag auf Premier May vereitelt. Die Täter hätten vorgehabt, einen Sprengsatz in der Downing Street zu zünden und sie im anschließenden Chaos zu töten. Eine Stellungnahme der Behörden gibt es noch nicht.

Die Sicherheitsbehörden in Großbritannien haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Reihe von Terroranschlägen verhindert, darunter nach Medienberichten möglicherweise auch ein Attentat gegen Premierministerin Theresa May. Die "Times", die BBC und der Sender Sky News berichteten übereinstimmend.

Der Plan hat diesen Berichten zufolge den Einsatz von Sprengstoff vor der Downing Street und einen anschließenden gezielten Angriff gegen May in dem Durcheinander vorgesehen. Zwei Männer seien festgenommen worden und sollen dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden sollten.

Neun Terrorattacken verhindert

Eine offizielle Stellungnahme der Behörden zu den Medienberichten gibt es noch nicht. Gestern hatte Andrew Parker, Chef des Inlandsgeheimdiensts MI5, dem Londoner Kabinett berichtet, dass in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt neun Terrorattacken im Land verhindert worden seien. Details dazu nannte er jedoch nicht.

Großbritannien ist in diesem Jahr bereits fünfmal Ziel von Terroranschlägen in London und Manchester geworden. Insgesamt kamen dabei 36 Menschen ums Leben. Parker hatte vor wenigen Wochen in einer Rede betont, dass die Gefahr durch islamistische Terroristen so groß wie nie zuvor sei. Es gebe einen "dramatischen Anstieg an Bedrohungen" in Großbritannien. Triebfeder sei die "mörderische Strategie" der Terrormiliz "Islamischer Staat" und ihre Online-Propaganda. Der Inlandsgeheimdienst führt derzeit 500 Ermittlungen durch, die 3000 Extremisten betreffen.

Manchester-Attentäter war Geheimdiensten bekannt

Nach einem gestern veröffentlichten, unabhängigen Bericht hätte der Terroranschlag von Manchester im Mai möglicherweise verhindert werden können. Demnach war der Attentäter Salman Abedi dreimal ins Visier des Geheimdienstes geraten, einmal nur wenige Monate vor seinem Anschlag. Bei einem für Ende Mai geplanten Treffen des Inlandsgeheimdienstes sollte es darum gehen, die Gefährlichkeit des 22-Jährigen einzuschätzen. Da war es schon zu spät. Neun Tage zuvor riss der Brite libyscher Herkunft nach einem Pop-Konzert mit einer Bombe 22 überwiegend junge Menschen mit in den Tod. Hunderte erlitten Verletzungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2017 um 08:00 Uhr.

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