Explosion in Ankara | Bildquelle: REUTERS

Türkische Regierung vermutet Terrorakt Mindestens 30 Tote bei Explosionen in Ankara

Stand: 10.10.2015 11:55 Uhr

Mitten in einer Friedensdemonstration in Ankara hat es am Vormittag mehrere Explosionen gegeben. Dabei kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, mehr als 120 wurden verletzt. Die türkische Regierung spricht von einem Terroranschlag.

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist es unmittelbar vor einer Demonstration für Frieden zu mehreren Explosionen gekommen. Die Detonationen ereigneten sich unweit des Bahnhofs innerhalb weniger Minuten. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden mindestens 30 Menschen getötet, mehr als 120 wurden verletzt.

Die türkische Regierung sprach in einer ersten Reaktion von einem terroristischen Anschlag. Ministerpräsident Ahmed Davutoglu berief eine Sitzung mit Sicherheitsexperten ein, an der auch Präsident Recep Tayyip Erdogan teilnahm.

Fernsehbilder zeigten zahlreiche Verletzte, die auf den Straßen lagen und von Krankenwagen abtransportiert wurden. Es gebe erste, unbestätigte Berichte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben könnte, so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Zahlreiche Tote und Verletzte nach Explosionen in Ankara (unkommentiert)
10.10.2015

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An dem Ort hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, um für ein Ende der jüngst aufgebrochenen Gewalt zwischen den türkischen Sicherheitsgruppen und kurdischen Rebellen zu demonstrieren. Selahattin Demirtas, Ko-Vorsitzender der prokurdischen Partei HDP, die auch zu der Kundgebung aufgerufen hatte, sprach von einem "großen Massaker" und einem "barbarischen Angriff". Diejenigen, die Frieden wollten, seien ermordet worden.

Ein Video, das die türkische Zeitung "Hurriyet" getwittert hat, zeigt den Moment des Anschlags:

Als Folge des Syrienkonflikts war ein zweijähriger Waffenstillstandes zwischen der Regierung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Juli zerbrochen. Seither eskaliert im Südosten der Türkei die Gewalt. Hunderte Menschen kamen dabei ums Leben. Zudem sind die Beziehungen zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Minderheit angespannt, weil die Regierungspartei AKP der HDP eine Unterstützung der PKK vorwirft. Die HDP wiederum hält Erdogan das Schüren nationalistischer Stimmungen vor, um im Zuge der anstehenden Parlamentswahlen seine Macht ausbauen zu können.

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