Am Anschlagsort  in Ankara suchen die Sicherheitskräfte nach weiteren Hinweisen auf die Täter.  | Bildquelle: AP

Nach Anschlag in Ankara Behörden verdächtigen PKK

Stand: 14.03.2016 09:57 Uhr

Nach Angaben der türkischen Sicherheitsbehörden soll mindestens eine PKK-Attentäterin für den Anschlag in der Hauptstadt Ankara verantwortlich sein. 37 Menschen wurden bei der Tat getötet. Als Reaktion verstärkt die Türkei ihren Einsatz gegen die Kurdenorganisation PKK.

Nach dem Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara gehen die türkischen Sicherheitsbehörden davon aus, dass eine PKK-Aktivistin an dem Attentat beteiligt war. Dafür gebe es Beweise. Bei dem Anschlag waren 37 Menschen getötet worden. Drei Schwerverletzte seien in der Nacht in Krankenhäusern gestorben, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu. 17 der mehr als 120 Verletzten seien noch auf der Intensivstation. Unter den Toten sei mindestens ein Selbstmordattentäter.

Tote bei Anschlag in Ankara
tagesschau 14:00 Uhr, 14.03.2016, Rüdiger Baumann, ARD Istanbul

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Als Reaktion ging die türkische Regierung verstärkt gegen die Kurdenorganisation PKK im Südosten des Landes vor. Rund um die Stadt Sirnak verhängte Ankara eine Ausgangssperre, um Operationen gegen die PKK durchzuführen.

Weitere Ermittlungen am Anschlagsort

Bei dem Anschlag sei auch diesmal ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gezündet worden, teilte der Gouverneur von Ankara mit. Der Fernsehsender TRT berichtete, die Explosion habe einen Bus mit etwa 20 Insassen getroffen. Das Viertel, in dem sich die Ministerien für Inneres und Justiz sowie ein Gericht befinden, sei zum Tatzeitpunkt sehr belebt gewesen.

Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: AP
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Präsident Recep Tayyip Erdogan wil den "Terrorismus in den Knie zwingen".

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verschob seine Reise nach Jordanien. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte: "Diese Angriffe, die die Unversehrtheit unseres Landes und die Einheit und Solidarität unserer Nation bedrohen, werden unsere Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus nicht schwächen - im Gegenteil."

Ein türkisches Gericht ordnete nach dem Anschlag die Sperrung der Netzwerke Facebook und Twitter und anderer Internetseiten an, wie Fernsehsender berichteten. Grund sei die Verbreitung von Fotos des Tatortes.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Autobomben-Anschlag scharf. Den Familien der Opfer sprach er laut Mitteilung der Vereinten Nationen sein Beileid aus. Die Vereinten Nationen stünden in dieser schwierigen Zeit an der Seite des türkischen Volkes und seiner Regierung.

USA betonen NATO-Partnerschaft

Die US-Regierung bekräftigte seine "starke Partnerschaft mit unserem NATO-Verbündeten Türkei im Kampf gegen die gemeinsame Bedrohung des Terrorismus", erklärte Außenamtssprecher John Kirby. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte die Bluttat von Ankara. "Es kann keine Rechtfertigung für solch heimtückische Gewaltakte geben", erklärte er.

Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter ebenfalls eine Autobombe gezündet und 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt.

Bedrohungen von vielen Seiten

Die Türkei sieht sich mehreren Bedrohungen seiner Sicherheit ausgesetzt. Zum einen ist das Land Teil der von den USA angeführten Koalition im Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien. Zugleich kämpft sie gegen kurdische Extremisten im Südosten der Türkei. Dort ist es nach dem Ende der Waffenruhe im Juli zum schwersten Ausbruch von Gewalt seit den 90er-Jahren gekommen. In den vergangenen Monaten waren türkische Städte mehrfach Ziel von Anschlägen. Einige wurden nach offiziellen Angaben vom IS verübt. Aber auch lokale Islamistengruppen und linke Aktivisten waren an Attentaten beteiligt.

Terroranschlag in Ankara mit 34 Toten
R. Baumgarten, ARD Istanbul
14.03.2016 02:26 Uhr

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