Absperrung vor dem Parlament in London | Bildquelle: AFP

Terrorakt in London IS reklamiert Anschlag für sich

Stand: 23.03.2017 22:22 Uhr

Der Attentäter von London sei ein "Soldat" des "Islamischen Staates" gewesen - das behauptet die Terrormiliz in einer Erklärung. Den Sicherheitsbehörden war er als mutmaßlicher islamistischer Gewalttäter bekannt. Am Abend starb ein weiteres Anschlagsopfer.

Am Tag nach dem Terrorakt von London hat sich der "Islamische Staat" (IS) zu Wort gemeldet und die Tat für sich reklamiert. Ein "Soldat" des IS habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amaq unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitskreise über das Internet. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet.

Scotland Yard teilte mit, dass es sich bei dem Attentäter um einen 52-jährigen Mann namens Khalid Masood handelt. Geboren in Kent in Südengland, lebte er demnach zuletzt in Mittelengland, unter verschiedenen Namen. Den britischen Sicherheitsbehörden sei er als mutmaßlicher islamistischer Gewalttäter bekannt gewesen.

Aktueller Stand der Ermittlungen in London
ARD-Morgenmagazin, 24.03.2017, Björn Staschen, ARD London

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Geheimdienst hatte gegen Täter ermittelt

"Ich kann bestätigen, dass der Mann in Großbritannien geboren wurde und vor einigen Jahren der (Geheimdienst) MI5 gegen ihn aus Sorge vor gewalttätigem Extremismus ermittelte", sagte Premierministerin Theresa May im Parlament. Man habe ihn im Zusammenhang mit Extremismus verhört, ihn aber für eine Randfigur gehalten. Er habe zuletzt nicht auf der Liste potenzieller Gefährder gestanden.

Nach Angaben der Polizei war Masood wegen verschiedener Delikte mehrfach vorbestraft, er sei jedoch nicht wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden.

Durchsuchungen und Festnahmen

Weitere Informationen zum Attentäter und etwaigen Hintermännern gaben weder May noch Scotland Yard - sie verwiesen auf die laufenden Ermittlungen. Bestätigt wurde aber, dass es an sechs Orten Durchsuchungen gab und acht Personen festgenommen wurden.

Unter anderem durchsuchten Ermittler Räume in London und Birmingham. Das Tatfahrzeug war offenbar in Solihull nahe der zweitgrößten britischen Stadt angemietet worden - das erklärte der Vermieter gegenüber Medien. Birmingham gilt als eines der Zentren des radikalen Islamismus in Großbritannien.

Eine Deutsche unter den Verletzten

Die Premierministerin erklärte, dass bei dem Anschlag rund 40 Menschen verletzt wurden. Unter ihnen ist auch eine Deutsche. Das Auswärtige Amt bestätigte das.

Laut Scotland Yard befinden sich noch mehrere Opfer in einem kritischen Zustand. Am Abend gab die Polizei bekannt, dass ein 75 Jahre alter Mann im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben ist. Damit erhöht sich die Zahl der bei dem Anschlag vom Täter getöteten Menschen auf vier Opfer. Auch ein 48-jähriger Polizist und zwei Passanten - ein Mann und eine Frau - wurden ermordet.

Stille in der Hauptstadt

Der Tatort am Parlamentsgebäude ist weiterhin abgesperrt, ebenso mehrere umliegende Straßen rund um den Big Ben. Die Westminster Bridge ist inzwischen wieder für den Verkehr geöffnet.

Polizisten schleusten Beamte, die ins Parlament oder andere Regierungsgebäude mussten, durch die Absperrungen. Im Innenhof des Parlamentsgeländes suchten Forensiker unter einem blauen Zelt an der Stelle nach Spuren, wo der Polizist erstochen und dann auch der Angreifer erschossen wurde.

Zugleich verstärkten die Behörden um das Parlament und überall im Land die Sicherheitsmaßnahmen. Die Präsenz der Polizei wurde deutlich erhöht. Weite Teile der Hauptstadt kehrten aber langsam wieder zu ihrem gewohnten Rhythmus zurück.

Gedenken am Trafalgar Square

Am Trafalgar Square kamen am Abend Hunderte Menschen zusammen, um der Opfer zu gedenken. Londons Bürgermeister Sadiq Khan zündete während einer Gedenkzeremonie vor den Stufen der National Gallery Kerzen für die Opfer an. "Londoner werden sich nie von Terror einschüchtern lassen", rief Khan den Menschen zu.

Mahnwache am Trafalgar Square in London nach der Terrorattacke | Bildquelle: dpa
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Hunderte kamen am Abend am Trafalgar Square in London zusammen...

Menschen zünden Kerzen an - Trafalgar Square in London nach der Terrorattacke | Bildquelle: AFP
galerie

...um der Opfer der Terrorattacke zu gedenken.

Eine demonstrative Sitzung

May und das Parlament demonstrierten mit der heutigen Sitzung Normalität - auch als ein Zeichen dafür, dass man sich dem Terrorismus nicht beugen werde. In Westminster und vor Scotland Yard wurden am Vormittag Schweigeminuten abgehalten.

Die Premierministerin sprach vor den Abgeordneten von einem Angriff "auf freie Menschen" überall auf der Welt und auf die Werte der Demokratie. Sie bekräftigte die Entschlossenheit ihrer Regierung, den Terrorismus zu bekämpfen. "Wir fürchten uns nicht", betonte sie.

Queen Elizabeth II. sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Ihre Gedanken, Gebete und ihr tiefes Mitgefühl sei bei all denen, die von der Gewalttat betroffen seien, hieß es in einer Erklärung.

Der Attentäter war zunächst auf der Westminster Bridge neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast, später krachte der Wagen in den Zaun des Parlaments. Anschließend griff der Mann auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten mit einem Messer an, der später an seinen Verletzungen starb. Der Angreifer wurde von anderen Polizisten niedergeschossen.

IS reklamiert Anschlag für sich
S. Pieper, ARD London
23.03.2017 15:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. März 2017 um 14:00 Uhr.

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