Britische Polizisten vor dem Parlament in London | Bildquelle: AFP

May verurteilt Angriffe "Kranker und verkommener Anschlag"

Stand: 22.03.2017 23:44 Uhr

Fünf Tote, mindestens 40 Verletzte - London ist von zwei Attacken erschüttert worden. Zunächst fuhr ein Angreifer auf der Westminster Bridge Fußgänger an, später erstach er am Parlament einen Polizisten. Premier May sprach von einem "kranken Terroranschlag".

Nach den Angriffen im Londoner Regierungsviertel hat sich die britische Premierministerin Theresa May an die Öffentlichkeit gewandt. Sie sprach von einem "kranken und verkommenen Anschlag". Jeder Versuch, die britischen Werte durch Terror zu besiegen, sei jedoch zum Scheitern verdammt. An der Terrorwarnstufe ändere sich nichts.

May bestätigte die Angaben der Polizei, wonach fünf Menschen getötet wurden, darunter auch der Angreifer und ein Polizist. Laut Scotland Yard wurden mindestens 40 Menschen verletzt. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Fall werde als terroristischer Angriff gewertet.

Hanni Hüsch, ARD London, mit neuen Informationen
tagesthemen 21:40 Uhr, 22.03.2017

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Scotland-Yard-Vizechef Mark Rowley zufolge fuhr der Angreifer zunächst auf der Westminster Bridge mehrere Menschen an, zwei von ihnen starben. Der Täter raste anschließend weiter zum Parlament und durchbrach dort mit seinem Wagen eine Absperrung. Dann griff er mit einem Messer einen Polizisten an, der durch die zugefügten Verletzungen ums Leben kam. Der mutmaßliche Angreifer wurde von Sicherheitskräften angeschossen.

Unter den Verletzten sind nach Angaben des französischen Premierministers Bernard Cazeneuve drei französische Schüler. Die Jugendlichen aus Concarneau in der Bretagne seien auf Klassenfahrt in der britischen Hauptstadt gewesen. Auch zwei rumänische Staatsbürger sollen rumänischen Behörden zufolge verletzt worden sein. Offizielle der britischen Hafenbehörde erklärten, sie hätten nach dem Angriff eine Frau aus der Themse gerettet. Sie sei schwer verletzt.

Polizisten vor dem Parlamentsgebäude in London | Bildquelle: AP
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Polizisten vor dem Parlamentsgebäude in London

Ein Polizist steht vor einem Rettungshubschrauber. | Bildquelle: AP
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Ein Rettungshubschrauber landete vor dem Parlament.

Politiker zeigen sich erschüttert

Londons Bürgermeister Sadiq Khan zeigte sich nach den Angriffen kämpferisch: "Londoner werden sich niemals von Terror einschüchtern lassen." Den Betroffenen und deren Angehörigen drückte er in einer Videobotschaft seine Anteilnahme aus.

Sadiq Khan @SadiqKhan
Londoners will never be cowed by terrorism. https://t.co/LTLhgZ7OLQ

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bestürzt und sicherte Großbritannien Solidarität im Kampf gegen den Terror zu. "Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens", teilte Merkel in einer Erklärung mit. "Ich denke in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London."

Steffen Seibert @RegSprecher
Kanzlerin #Merkel zu den Ereignissen in #London https://t.co/j49MZovdLz

Auch der frisch vereidigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückte seine Anteilnahme aus: "Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich. In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden", betonte er.

Bundesjustizminister Heiko Maas nannte die Attacken "brutal und feige" und auch sein Parteikollege und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sah in ihnen einen Angriff auf das "Herz der Demokratie". Es sei ein "Anschlag gegen uns alle". Bundesinnenminister Thomas de Maizière bekräftigte unterdessen die Vermutung der britischen Sicherheitskräfte, dass es sich um einen Anschlag mit terroristischem Hintergrund handele.

Das Auswärtige Amt erklärte, es stehe in engem Kontakt mit den britischen Behörden. Bislang sei unklar, ob zu den Opfern auch Deutsche zählten.

New York verstärkt Sicherheitsvorkehrungen

Auch der US-Außenminister Rex Tillerson verurteilte die Angriffe in London als "schrecklichen Gewaltakt" und sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Es bestehe kein Unterschied für die Opfer, ob solche Taten "von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt werden". US-Präsident Donald Trump sicherte der britischen Premierministerin May telefonisch die volle Unterstützung der USA zu. Unterdessen wurden in New York nach Polizeiangaben die Sicherheitsvorkehrungen vor Einrichtungen verstärkt, die mit Großbritannien in Zusammenhang stehen.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte angesichts der Angriffe eine engere Zusammenarbeit der EU-Staaten, um terroristische Attacken zu verhindern: "Wir müssen uns auf europäischer Ebene besser organisieren." Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni versicherte, dass sein Land "dem britischen Volk und der Regierung im Angesicht der Attacke, die das Herz von London und der demokratischen Institutionen getroffen hat", beistehen werde.

Über Twitter drückten auch der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der EU-Ratschef Donald Tusk ihr Mitgefühl aus. " Ich bin heute sehr emotional. Habe nicht genügend Worte um zu beschreiben, wie ich mich fühle", sagte Juncker.

European Commission @EU_Commission
.@JunckerEU "We are with the victims of the #LondonAttacks.I am highly emotional today.Don't have words enough to express what I am feeling" https://t.co/pdFF1P6wJn

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 22. März 2017 um 22:15 Uhr.

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