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"Patriot"-Einsatz in der Türkei
Wütende Demonstranten attackieren deutsche Soldaten
Aufgebrachte Gegner des "Patriot"-Einsatzes der NATO in der Türkei haben eine Gruppe Bundeswehrsoldaten angegriffen. Die in Zivil gekleideten Deutschen wurden im Zentrum von Iskerun von etwa 40 Demonstranten angepöbelt und bedrängt. Die Polizei nahm die Angreifer fest.
Von Thomas Bormann, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Demonstranten einer linksnationalistischen Partei haben in der südtürkischen Hafenstadt Iskenderun am späten Dienstagnachmittag eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten tätlich angegriffen.
Die fünf deutschen Soldaten waren in Zivil gekleidet. Auf einer belebten Einkaufsstraße in der Innenstadt wurden sie plötzlich von etwa 40 Demonstranten umzingelt. Dabei wurde einem der Soldaten ein Sack über den Kopf gestülpt, in dem sich weißes Pulver oder Puder befand.
Die Bundeswehrsoldaten flüchteten in ein Geschäft. Die türkische Polizei war sofort zur Stelle und nahm die Angreifer fest. Niemand wurde verletzt.
Tätlicher Angriff auf Bundeswehr-Soldaten in der Türkei
T. Bormann, ARD Istanbul
23.01.2013 12:19 Uhr
Reaktion auf Vorfall im Irak
Die Demonstranten gehören einer linken nationalistischen Splitterpartei an. Mitglieder dieser Partei hatten in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, NATO-Soldaten Säcke über den Kopf zu ziehen. Damit reagieren sie auf einen Vorfall vor zehn Jahren im Irak.
Dort hatten damals amerikanische Soldaten mehrere türkische Soldaten festgenommen und sie mit Säcken über dem Kopf zum Verhör geführt.
Mehrheit der Türken befürwortet Patriot-Einsatz
Die Bundeswehr ist mit etwa 350 Soldaten in der Türkei vor Ort, um das Land vor möglichen Angriffen aus Syrien zu schützen. Die überwiegende Mehrheit der türkischen Bevölkerung hat keine Einwände gegen diesen Einsatz oder befürwortet ihn ausdrücklich.
Stand: 23.01.2013 13:09 Uhr
