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Ermittlungen in Wisconsin
Viele Fragen nach Bluttat in Sikh-Tempel
Bei dem Todesschützen von Wisconsin handelt es sich nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler um einen ehemaligen Soldaten. Sicher ist demnach auch, dass er Verbindungen in die rechte Szene hatte. Doch warum der 40-Jährige im Sikh-Tempel um sich schoss, ist weiter unklar.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Langsam entsteht ein Bild des Mannes, der im Sikh-Tempel von Oak Creek sechs Menschen tötete, bevor er selbst von Polizisten erschossen wurde. Der Polizeichef der Stadt identifiziert den Täter als Wade Michael Page, 40 Jahre alt, ehemaliger Soldat: "Er diente von 1992 bis 1998", berichtet Chief John Edwards auf einer Pressekonferenz. Er wurde entlassen und durfte nie mehr ins Militär zurückkehren.
Schütze ist identifiziert, Motiv weiter unklar
nachtmagazin 01:00 Uhr, 07.08.2012, Karin Dohr, ARD Washington
Eine "Serie von Fehlverhalten"
Warum der Mann aus der Armee flog, ist nicht klar. Das Pentagon spricht nur vage von einer "Serie von Fehlverhalten". Klar ist inzwischen, dass Page die halbautomatische Waffe, die er für die Tat benutzte, legal erwarb und dass er noch reichlich Munition hatte, als er starb.
Während die Ermittlungen weitergehen, sind noch viele Fragen offen, vor allem die nach dem Motiv. Der Polizeichef will nicht darüber spekulieren, warum der Täter vor und im Tempel um sich schoss, das sei verfrüht. Die zuständige FBI-Beamtin Teresa Carlson sagt nur so viel: Man prüfe, ob Page Verbindungen zu sogenannten White Supremacy Groups hatte. Das sind rassistische Organisationen, die meinen, Menschen mit weißer Hautfarbe seien allen anderen überlegen.
Beobachter der Neonazi-Szene berichten, Page sei Sänger in einer Neonazi-Punk-Band gewesen: Die Band nennt sich "End Apathy" ("Schluss mit der Apathie") und war in der Szene offenbar gut bekannt. Auf einer Internetseite der Band sind unter anderem Nazi-Symbole wie die Hakenkreuzflagge zu sehen. Und ein Foto von Page bei einem Auftritt.
Ermittlungen nach Massaker in Sikh-Tempel gehen weiter
Sabine Müller, HR Washington
06.08.2012 20:34 Uhr
Keine laufenden Ermittlungen gegen den Todesschützen
FBI-Agentin Carlson betonte, es habe keine laufenden Ermittlungen gegen den Mann gegeben. Das wirft die Frage auf, ob es abgeschlossene Ermittlungen gab. Dazu wollte sich das FBI aber nicht äußern. Immer wieder betonten die Sicherheitskräfte auf der Pressekonferenz, es habe sich bei Page um einen Einzeltäter gehandelt und mit seinem Tod sei die Gefahr vorbei. Der Bürgermeister von Oak Creek sagte, eine solche Tat sei völlig untypisch für seine Stadt, die jeden willkommen heiße und er schwor: "Wir werden über diese Tat hinwegkommen."
Für morgen Abend ist eine große Mahnwache in Oak Creek angekündigt, um der sechs Opfer zu gedenken und gegen Gewalt zu protestieren.
Stand: 06.08.2012 20:42 Uhr
