Syrien mit Damaskus

Syrien Raketenangriff auf Hisbollah in Damaskus

Stand: 27.04.2017 08:23 Uhr

In der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es einen Raketenangriff auf den militärischen Teil des Flughafens gegeben. Offenbar wurden Lager der Hisbollah getroffen, die Machthaber Assad unterstützt. Beobachter machen Israel verantwortlich - dessen Regierung lobte den Vorfall.

Bei einem Raketenangriff auf ein Militärgelände am Flughafen von Damaskus sind offenbar mehrere Treibstofflager getroffen worden. Syrische Staatsmedien und der Fernsehsender Al Manar der pro-iranischen Hisbollah-Miliz machten Israel für den Angriff verantwortlich. Es seien Versorgungseinrichtungen getroffen worden, Todesopfer gebe es nicht. Aus syrischen Rebellenkreisen verlautete, es seien auch Munitions- und Waffenlager getroffen worden.

Eine Sprecherin des israelischen Militärs wollte den Bericht zwar nicht kommentieren. Dafür lobte der israelische Geheimdienstministers das Ereignis: "Dieser Vorfall stimmt völlig mit der Politik Israels überein", sagte Jisrael Katz im israelischen Armeeradio. Er bestätigte allerdings nicht direkt, dass Israel für die Detonation verantwortlich war.

Hisbollah kämpft für Assad

Vom abgeschlossenen Militärbereich des Flughafens aus versorgt unter anderem der Iran Milizen, die im syrischen Bürgerkrieg die Armee unterstützen. Die libanesische Hisbollah-Miliz kämpft derzeit ebenso wie Russland und der Iran an der Seite der Assad-Truppen in Syrien gegen die Rebellen und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat". Sie befand sich bis 2006 im Kriegszustand mit Israel.

Tel Aviv hält seit dem Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967 die strategisch wichtigen Golanhöhen besetzt. Von dort sind es nur rund 60 Kilometer bis Damaskus. Seit Beginn des Krieges in Syrien vor sechs Jahren hat die israelische Luftwaffe bereits mehrfach Ziele in dem Nachbarland angegriffen, darunter auch Hisbollah-Einrichtungen. Israel will mit den Angriffen Waffenlieferungen an die islamische Miliz unterbinden, äußert sich in der Regel aber nicht zu eigenen Luftangriffen. Katz sagte dem Armeefunk, wenn Israel Informationen über derartige Absichten erhalte, werde das Land "handeln".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2017 um 09:00 Uhr.

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