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Ein israelischer Soldat untersucht das Wrack eines gepanzerten Militärfahrzeugs, mit dem Militante von Ägypten in das Land eindringen wollten.

Anschlag auf der Sinai-Halbinsel

Angreifer töten 16 ägyptische Grenzsoldaten

Bei einem Überfall auf einen ägyptischen Grenzübergang zu Israel sind nach Angaben der Behörden 16 ägyptische Soldaten getötet und sieben verletzt worden. Mehrere schwer bewaffnete Männer hatten mit zwei gepanzerten Fahrzeugen den Grenzposten Karm Abu Salem (Hebräisch: Kerem Schalom) im Norden der Sinai-Halbinsel angegriffen.

Bei dem Versuch, mit erbeuteten gepanzerten Fahrzeugen nach Israel vorzudringen, seien sechs der Angreifer erschossen worden, die anderen Angreifer seien geflohen, teilte das israelische Militär mit. Der Angriff erfolgte demnach am Sonntag gegen Sonnenuntergang, als sich die ägyptischen Grenzschützer nach dem Fasten während des Ramadans auf das Abendessen vorbereiteten.

Anschlag zur Fastenzeit
P. Steffe, ARD Kairo
06.08.2012 13:11 Uhr

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Mursi verurteilt Angriff scharf

Der ägyptische Präsident Mohamed Mursi verurteilte den Anschlag als "feige Attacke". Der Angriff werde "nicht ohne Antwort bleiben", die Verantwortlichen würden "teuer dafür bezahlen". In einer TV-Ansprache nach einem Krisentreffen mit der Armeespitze betonte Mursi, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen. "Die Drahtzieher werden für den Angriff teuer bezahlen", ergänzte er.

Laut der Nachrichtenagentur Mena wurde der einzige Grenzübergang zwischen Ägypten und dem Gazastreifen in Rafah bis auf weiteres geschlossen. Mursi ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Israel: "Wir waren vorbereitet"

Ehud Barack und Benjamin Netanjahu
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Barack (l) und Premierminister Netanjahu besuchten den Anschlagsort.

Ein ranghoher Vertreter der ägyptischen Sicherheitskräfte machte militante Islamisten aus dem benachbarten Gazastreifen für den Angriff verantwortlich. Die Dschihadisten seien durch Tunnel ins Grenzgebiet nach Ägypten gekommen. Auch die israelische Armee geht davon aus, dass die Täter aus dem Gazastreifen stammten. Laut Armeesprecher Yoav Mordechai waren die israelischen Grenzsschützer auf eine Attacke vorbereitet.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Streitkräfte und Sicherheitsbehörden seines Landes hätten "einen Angriff vereitelt, der viele hätte verletzen können". Der Vorfall werfe ein Schlaglicht darauf, wie wichtig es sei, dass die ägyptischen Behörden die Sicherheit auf dem Sinai wieder herstellten und Terroristen bekämpften.

Die im Gazastreifen regierende Hamas wies die Anschuldigungen zurück. Sie sprach von einem "hässlichen Verbrechen".

Attacken seit Mubarak-Sturz

Im ägyptisch-israelischen Grenzgebiet ist es seit dem Sturz des ägyptischen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit islamischen Extremisten gekommen. Trotz der Entsendung von Truppen hat die ägyptische Regierung nicht mehr die volle Kontrolle über die Sicherheitslage auf dem Sinai.

Vor zwei Monaten hatten israelische Soldaten zwei schwer bewaffnete Männer erschossen, die nach Angaben des Militärs von Ägypten aus über die Grenze gekommen waren. Im vergangenen August hatten Terroristen, die vom Sinai gekommen waren, nördlich von Eilat acht Israelis getötet. Israel baut einen Sicherheitszaun zum Sinai, der Terroristen, Schmuggler und illegale Einwanderer abhalten soll.

Stand: 06.08.2012 16:55 Uhr

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