Südafrikas Präsident Zuma

Südafrika ANC will Zuma offenbar absetzen

Stand: 13.02.2018 04:59 Uhr

Wie geht es weiter mit Südafrikas Präsident Zuma? Der ANC hat nach Medienberichten auf einer Marathonsitzung beschlossen, Zuma abzusetzen. Offiziell ist dies bisher nicht bestätigt. Zuma könnte den Rücktritt verweigern.

Nach einer Marathonsitzung hat Südafrikas Regierungspartei ANC Medienberichten zufolge entschieden, den umstrittenen Staatschef Jacob Zuma abzuberufen. Das meldeten örtliche Medien. Demnach stellte der Afrikanischen Nationalkongresses ANC Zuma ein Ultimatum: Er habe 48 Stunden Zeit, der Aufforderung nachzukommen. Nach einer 13-stündigen Sitzung habe das Exekutivkomitee aus 80 gewählten ANC-Mitgliedern diese Entscheidung getroffen.

Noch in der Nacht fuhr Vizepräsident Cyril Ramaphosa den Berichten zufolge zu Zuma, um ihn über die Entscheidung zu informieren. Der von zahlreichen Korruptionsskandalen belastete Präsident habe aber klar gemacht, dass er der Aufforderung nicht Folge leisten werde. Zuma sei "sehr arrogant gewesen", sagte ein namentlich nicht genanntes Mitglied der ANC-Führung der Zeitung "Mail and Guardian". "Er hat gesagt, er werde Vergeltung üben, sollte der ANC eine Erklärung mit der Forderung nach seinem Rücktritt veröffentlichen." Zuma habe klar gemacht, dass er nicht weichen wolle, weil er nichts Falsches gemacht habe.

Weder der ANC noch das Präsidialamt bestätigten die Bericht bislang. Der ANC setzte jedoch für heute Vormittag eine Pressekonferenz in seiner Parteizentrale in Johannesburg an.

Berichte über Abberufung von Präsident Zuma
tagesschau24 09:00 Uhr, 13.02.2018, Oliver Rabieh, ARD-aktuell

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Vorwurf der persönlichen Bereicherung

Der Präsident steht im Zentrum massiver Korruptionsvorwürfe. Die Nachrichtenseite News24 zitierte Quellen, nach denen Zuma abberufen werde, nachdem er seinen Rücktritt verweigert habe. Zunächst habe der Präsident bei einem Treffen mit Vizepräsident Cyril Ramaphosa einem Rücktritt zugestimmt, aber verlangt, noch drei Monate im Amt zu bleiben. Diese Forderung sei vom Komitee zurückgewiesen worden. Die Zeitung "Times" berichtete, es habe "13 brutale Stunden" gedauert, bis sich das Komitee entschieden habe.

Zuma wird im Zusammenhang mit einer Luxussanierung seiner Privatvilla persönliche Bereicherung vorgeworfen. Zudem soll er einer befreundeten Unternehmerfamilie Aufträge zugeschoben haben und ihnen unzulässig Einfluss auf Politik und staatliche Unternehmen gewährt haben. Zuma weist die Vorwürfe zurück.

Seit Ramaphosas Wahl zum Vorsitzenden des einst von Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela geführten Afrikanischen Nationalkongresses hat der öffentliche Druck auf den umstrittenen Zuma zugenommen, vorzeitig abzutreten. Ramaphosa wird vom reformorientierten Teil des ANC unterstützt. Er wünscht sich eine Wiederbelebung der Wirtschaft und ein Ende von Korruption und Vetternwirtschaft in der Partei.

Mit Informationen von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

ANC beschließt angeblich Abberufung von Südafrikas Präsident
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
13.02.2018 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. Februar 2018 um 23:30 Uhr.

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