Schwaches Ergebnis bei Regionalwahl in Südafrika Denkzettel für den ANC
Stand: 05.08.2016 22:23 Uhr
Dass in Südafrika der ANC regiert, gilt seit dem Ende der Apartheid. Doch Korruption und Misswirtschaft sorgen für Kritik an den Nachfolgern Mandelas. Bei der Kommunalwahl fuhr der ANC sein schlechtestes Ergebnis seit 22 Jahren ein.
Nach der Auszählung fast aller Stimmen der Kommunalwahl in Südafrika steht fest: Die Regierungspartei African National Congress (ANC) hat ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Ende der Apartheid vor 22 Jahren erzielt. Dennoch bleibt die Partei des verstorbenen Volkshelden Nelson Mandela weiterhin stärkste Kraft im Land.
54 Prozent gaben dem ANC ihre Stimme. Dahinter landete die Demokratische Allianz (DA) mit 26 Prozent. Auf Rang drei folgte die linke Partei Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit (EFF).
Rückschläge in den Großstädten
Nach Kapstadt verlor der ANC mit Port Elizabeth nun auch eine zweite Großstadt an die DA. In der Küstenstadt holten die Liberalen nach Auszählung aller Stimmen 46,7 Prozent, der ANC 40 Prozent. Auch in anderen südafrikanischen Metropolen verzeichnet die Regierungspartei deutliche Verluste.
Während sich in Johannesburg ein enges Rennen abzeichnet, siegte die DA im Hauptstadtbezirk Tshwane. DA-Chef Mmusi Maimane sagte vor Reportern, seine Partei habe Tshwane gewonnen. Bislang regierte der ANC in beiden Städten mit absoluter Mehrheit.
Zuma in der Kritik
Besonders Regierungschef Jacob Zuma wird für das schlechte Abschneiden des ANC verantwortlich gemacht. Er steht wegen Korruptionsskandalen in der Kritik. Wirtschaftlich stagniert Südafrika seit der Finanzkrise 2008, die Arbeitslosigkeit liegt bei 27 Prozent.
Die Kommunalwahlen, deren Endergebnis am Samstag erwartet wird, gelten als Stimmungstest für die nächste Parlamentswahl 2019. Der ANC erklärte, er werde darüber nachdenken, wo die Unterstützung nachgelassen habe.
Denkzettel für den ANC ? Regierungspartei bei Kommunalwahl schwach wie nie
J.-P. Schlüter, ARD Johannesburg
06.08.2016 08:59 Uhr
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