Die mailändische Polizei sperrt den Ort ab, an dem Anis Amri erschossen wurde | Bildquelle: dpa

Anis Amri Die Flucht führte über Brüssel

Stand: 04.01.2017 20:54 Uhr

Die Fluchtroute des Berlin-Attentäters Anis Amri führte über die belgische Hauptstadt Brüssel. Das gab die Staatsanwaltschaft bekannt. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der niederländischen Ermittler.

Von Sebastian Schöbel, ARD-Studio Brüssel

Laut Sicherheitsbehörden ist der Berlin-Attentäter Anis Amri am 21. Dezember gegen 19 Uhr auf dem Bahnhof Brüssel Nord mit einem Zug aus Amsterdam angekommen. Auf dem Bahnhof wurde er von einer Überwachungskamera gefilmt: Das von der Staatsanwaltschaft veröffentlichte Bild zeigt ihn mit Wintermütze, dicker Jacke und Rucksack, das Gesicht hinter einem dunklen Schal verborgen. In einer Hand hält er einen Stapel Papiere.

Die Kamerabilder seien in Zusammenarbeit mit der belgischen Bahn ausgewertet worden, so die Staatsanwaltschaft. Demnach war Amri von 19 bis zirka 21 Uhr im Bahnhof Brüssel Nord. Wohin er von dort gereist ist, dazu machen die die belgischen Behörden keine Angaben - im Interesse der Ermittlungen, heißt es.

Damit bestätigt Belgien die Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft: Die hatte zuvor erklärt, Amri sei am 21. Dezember über Nimwegen nach Amsterdam und von dort nach Brüssel gefahren.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen Anis Amri am Bahnhof Brüssel-Nord am 21. Dezember 2016. | Bildquelle: REUTERS
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Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen Anis Amri am Bahnhof Brüssel-Nord am 21. Dezember 2016.

Passagierdaten sollen erhoben werden

Belgiens Innenminister Jan Jambon hatte kurz nach dem Anschlag in Berlin seine Forderung erneuert, Passagierdaten auch bei Reisenden in Fernzügen, Fernbussen und Schiffen zu sammeln und mit Datenbanken der Sicherheitsbehörden abzugleichen. Bisher ist dies nur für Flüge in und aus der EU geplant. Es wird erwartet, das Jambon diesen Vorschlag beim Treffen der europäischen Innen- und Justizminister Ende Januar erneut auf die Tagesordnung bringt.

Amri hatte am 19. Dezember einen Lkw in die Menge auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gesteuert. Elf Menschen starben, später wurde im Lkw auch die Leiche des polnischen Fahrers gefunden. Amri wurde am 23. Dezember von italienischen Polizisten nahe Mailand auf der Flucht erschossen.

Belgien bestätigt weiteren Teil der Fluchtroute von Anis Amri
S. Schöbel, RBB Brüssel
04.01.2017 20:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Januar 2017 um 05:16 Uhr.

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