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Amoklauf im US-Bundesstaat Colorado
Obama will in Aurora Trost spenden
US-Präsident Obama ist in Aurora eingetroffen, um den Überlebenden, Angehörigen und Freunden der Opfer des Amoklaufs Trost zuzusprechen. Es ist das dritte Mal, dass er nach einer solchen Bluttat trösten muss. Derweil untersucht das FBI die Wohnung des mutmaßlichen Täters.maßlichen Täters.
Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington
US-Präsident Barack Obama ist heute nicht nur Commander-in-chief, sondern auch "Consoler-in-chief" - "Trostspender der Nation". Er will sich Zeit nehmen, um mit Überlebenden des Amoklaufs und Angehörigen der Opfer zu sprechen.
"Wir müssen die Betroffenen jetzt in den Arm nehmen", hatte Obama schon vor dem Abflug aus Washington in seiner wöchentlichen Radioansprache angekündigt, "Und wir müssen sie wissen lassen, dass wir als Nation für sie da sind."
US-Präsident Obama trifft Angehörige der Opfer
tagesschau 16:15 Uhr, 22.07.2012, Stefan Niemann, ARD Washington
Obamas muss zum dritten Mal nach Amoklauf trösten
Es ist schon das dritte Mal, dass Obama die Angehörigen der Opfer eines Amoklaufs trösten muss. Im November 2009 flog er nach Texas, als ein Soldat 13 seiner Kameraden erschossen hatte. Und Anfang 2011 sprach Obama in Arizona bewegende Worte, nachdem ein Amokläufer in einer Einkaufsmall sechs Menschen erschossen und viele verletzt hatte - darunter eine demokratische Abgeordnete, die mit dem Präsidenten befreundet war.
Es ist eine der Aufgaben, die zu den schwierigsten im Amt des Präsidenten gehören, aber - so umstritten die Politik Obamas auch ist - fast alle Amerikaner finden, dass er als Seelsorger die richtigen Worte findet: "Lasst uns für diese Amerikaner beten", appellierte Obama an seine Landsleute: "Und möge Gott den Menschen von Aurora in den nächsten Tagen Trost und Heil bringen."
"Diese Wohnung sollte töten"
Obama wird auch den Polizisten und Einsatzkräften danken. Sie waren schon zweieinhalb Minuten nach den tödlichen Schüssen im Kinosaal vor Ort. Und den Sprengstoffexperten, denen es in mühsamer Zentimeterarbeit gelang, die mit zahlreichen Sprengfallen präparierte Wohnung des Amokläufers zu entschärfen.
So etwas wie die Wohnung des Täters habe er noch nie gesehen, sagte der Polizeichef von Aurora Dan Oates: "Diese Wohnung war darauf angelegt, jeden zu töten, der sie betritt."
FBI durchkämmt die Wohnung des mutmaßlichen Amokläufers
Heute und morgen versuchen die Spurensucher des FBI in der Wohnung Hinweise auf die Hintergründe der schrecklichen Tat zu bekommen. Nach wie vor ist nicht bekannt, was James Holmes zu dieser Tat veranlasst haben könnte. Feststeht, dass er sie gezielt vorbereitete. Seit vier Monaten kaufte er ein ganzes Waffen- und Sprengstoffarsenal in Waffengeschäften und im Internet zusammen. Holmes sitzt seit Freitag in Isolationshaft und wird morgen dem Haftrichter vorgeführt.
Mittlerweile sind alle zwölf Opfer des Massakers im Kinosaal identifiziert, darunter ein sechsjähriges Mädchen, ein Mann, der seinen 27. Geburtstag im Kino feiern wollte und eine junge Sportreporterin, die erst vor wenigen Wochen nur knapp einer Schießerei in einer Einkaufsmall in Toronto entkommen war. Die US-Medien berichten ausführlich über die Geschichten dieser Menschen. Auch ihre Familien kommen zu Wort: Nicht nur über den Täter soll berichtet werden, sondern auch über die Opfer.
Stand: 23.07.2012 01:12 Uhr
