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FBI-Agenten untersuchen in Aurora die Wohnung des mutmaßlichen Amokläufers

Wohnung des mutmaßlichen Attentäters von Aurora durchsucht

Spurensuche nach Attentat geht weiter

Sprengstoffexperten haben sich in Aurora mit Hilfe von Robotern Zugang zur Wohnung des mutmaßlichen Attentäters verschaffen. Die Tat soll seit Monaten geplant gewesen sein. Am Freitag hatte er zwölf Menschen bei einer "Batman"-Premiere erschossen.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Die Wohnung des Amokläufers glich einer Mischung aus Arsenal, Feuerwerksdepot und Chemielabor: Mit rund 60 Sprengkörpern und entzündbaren Chemikalien hatte James Holmes seine Wohnung in den Tagen vor der schrecklichen Tat präpariert. Die Sprengstoffexperten von Polizei und FBI mussten sich zentimeterweise mit Hilfe von Robotern und Spiegeln Zugang zur Wohnung verschaffen.

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Alle Sprengfallen in Wohnung von Amokschützen entschärft

M. Ganslmeier, NDR Washington
22.07.12 11:22 | audio

Sprengfallen entschärft

Mittlerweile haben die Experten alle Sprengfallen entschärft, so dass ab heute die Bundespolizei FBI auf Spurensuche gehen kann. Die Polizei erhofft sich vor allem Hinweise auf das Tatmotiv. Denn der Täter selbst schweigt nach wie vor. Für den Polizeichef von Aurora, Dan Oates, besteht aber kein Zweifel mehr: "Sein Appartement war darauf angelegt, jeden zu töten, der es betritt." Fest stehe auch, so Polizeichef Oates, wen die Explosion hätte töten sollen: diejenigen, die als erste die Wohnung des Täters durchsucht hätten - Polizisten. Und das mache ihn rasend vor Wut.

Es hätte aber auch andere treffen können. Kathleen Fonzi, zum Beispiel, eine Nachbarin von Holmes. Genau zur Tatzeit, als der Amokläufer im Kino wahllos Menschen tötete, wollte sie eigentlich an der Türe ihres Nachbarn klopfen. Doch dann hielt sie irgendetwas ab. "Ich hatte Angst und etwas kam mir komisch vor", erinnert sich die junge Frau.

Untersuchungen nach dem Amoklauf in Aurora
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Jugendliche trauern in Aurora um einen getöteten Mitschüler.

Waffeneinkauf per Internet - und alles legal

Seine Tat hat Holmes gezielt vorbereitet. Seit vier Monaten hatte er ein ganzes Waffen- und Sprengstoffarsenal in Waffengeschäften und im Internet zusammengekauft. Alles ganz legal. Denn in Colorado gelten noch laxere Waffengesetze als in anderen US-Bundesstaaten.

Das ärgert Tom Mauser, den Vater eines Opfers des Amoklaufs an der Columbine Highschool. Nur 30 Kilometer von Aurora entfernt, hatten vor 13 Jahren zwei Schüler an der Columbine Highschool ein Blutbad angerichtet: Dass sich die Ereignisse in Colorado wiederholen, mache ihn traurig, sagt Mauser: "Andere Länder schauen uns an und sagen: Was ist bloß bei Euch los? Seid Ihr verrückt?"

Debatte über Waffengesetze in den USA entflammt nach Amoklauf erneut
tagesschau 01:05 Uhr, 22.07.2012, Stefan Niemann, ARD Washington

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Keine realistische Chance auf Verschärfung der Gesetze

Doch anders als vor 13 Jahren gibt es diesmal keine realistische Chance, Waffengesetze in Amerika zu verschärfen. US-Präsident Obama ist eigentlich für strengere Kontrollen, doch das Thema würde ihm im Wahlkampf schaden. In wahlentscheidenden Bundesstaaten wie Virginia und Ohio ist die Waffenlobby besonders stark. Und drei von vier US-Bürgern lehnen strengere Waffengesetze ab.

Immer neue Schicksale werden bekannt

Unterdessen bemühen sich die amerikanischen Medien nicht nur über den Täter, sondern auch über die Opfer und deren Familien zu berichten. Jeden Tag werden neue Schicksale bekannt: Ein Mann, der an seinem 27. Geburtstag starb. Seine Frau hatte ihm das Kinoticket geschenkt. Oder eine junge Sportreporterin, die erst vor wenigen Wochen knapp einer Schießerei in Toronto entkam - und nun im Kugelhagel von Colorado starb. Auch ein sechsjähriges Kind kam ums Leben. Für seine Schreckenstat muss sich der Amokläufer von Montag an vor dem Haftrichter verantworten.

Stand: 22.07.2012 05:17 Uhr

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