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Nach Blutbad bei "Batman"-Premiere in den USA
Waffengegner fordern schärfere Gesetze
Nach dem Blutbad bei einem "Batman"-Film im US-Bundesstaat Colorado wird im Land über den Waffenbesitz diskutiert. Nach Angaben der Polizei kaufte der verdächtige 24-jährige Student sein tödliches Waffenarsenal über Tage verteilt in zwei Geschäften. Munition bestellte er massenhaft im Internet - alles völlig legal. Die US-Gesetze erlauben das. Seine Wohnung spickte der 24-Jährige mit einer Menge Sprengfallen. Die Polizei schaltete die erste davon inzwischen aus - eine entzündliche Vorrichtung samt Stolperdraht. "Der Draht sollte klar töten", sagte eine Sprecherin.
In der Nacht zum Freitag schoss er dann bei der Premiere des neuen "Batman"-Films in der Stadt Aurora mit mehreren Waffen auf Kinobesucher. Laut Polizeiangaben benutzte er dabei auch ein Sturmgewehr mit 100-Schuss-Magazinen, aus denen er 60 Schüsse pro Minute abgeben konnte.
Zwölf Menschen wurden getötet und 60 weitere verletzt. Elf dieser Verletzten sind in einem kritischen Zustand.
Debatte über Waffengesetze in den USA entflammt nach Amoklauf erneut
tagesschau 01:05 Uhr, 22.07.2012, Stefan Niemann, ARD Washington
New Yorks Bürgermeister fordert schärfere Waffengesetze
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte angesichts des US-Präsidentschaftswahlkampfs Präsident Barack Obama und seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney auf, ihre Standpunkte zum Thema Waffengesetze klarzustellen. Sie sollten "aufstehen und uns erklären, was sie tun werden". Jeden Tag würden in den USA viele Menschen durch den Gebrauch von Schusswaffen getötet - "das muss einfach aufhören", forderte Bloomberg, der als entschiedener Waffengegner bekannt ist.
"Diese Tragödie ist eine weitere düstere Mahnung, dass Waffen die Wegbereiter von Massenmördern sind", sagte der Anti-Waffen-Aktivist Dan Gross. Er ist Vorsitzender einer Interessenvereinigung, die für schärfere Waffenkontrollen eintritt. "Politische Feigheit" sei keine Entschuldigung für ein Ausweichen oder Untätigkeit "bei diesem überlebenswichtigem Thema".
Nach Behördenangaben erleiden in den USA im Laufe eines Jahres rund 100.000 Menschen Schussverletzungen, darunter viele Kinder. Mehr als 31.500 Menschen werden im Land jährlich durch Waffengewalt getötet.
Obama will Sicherheit der US-Bürger garantieren
Obama und Romney hatten nach dem Amoklauf ihren Wahlkampf unterbrochen. Der Präsident selbst sagte in seiner wöchentlichen Radioansprache, er wolle alle möglichen Schritte ergreifen, um die Sicherheit der US-Bürger zu garantieren. Seine Regierung sei bereit, alles zu tun, um diejenigen vor Gericht zu bringen, die für "dieses abscheuliche Verbrechen" verantwortlich sind.
Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist unterdessen weiter unklar. Er hatte sich nach dem Anschlag festnehmen lassen, schweigt bislang und soll Montag den Richtern vorgeführt werden.
Stand: 21.07.2012 23:05 Uhr
