Aufräumarbeiten in Mossul | Bildquelle: dpa

Amnesty zu Kämpfen im Irak Schutzlos in Mossul

Stand: 28.03.2017 08:49 Uhr

Mossul ist für Zivilisten ein gefährlicher Ort - und er wird immer gefährlicher. Selbst vermeintlich sichere Orte bieten keinen Schutz mehr, sagt jetzt Amnesty International. Die Organisation erhebt schwere Vorwürfe gegen irakische Streitkräfte und die US-geführte Koalition.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den irakischen Streitkräften und der US-geführten internationalen Militärkoalition vorgeworfen, bei den Kämpfen um die irakische Stadt Mossul das Leben von Zivilisten nicht ausreichend zu schützen. Damit würden sie gegen internationales Recht verstoßen.

"Sowohl die Luftangriffe der US-geführten Koalition als auch die Gefechte am Boden zwischen der irakischen Armee und IS-Kämpfern haben in den letzten Monaten zu einer erschütternden Zunahme an zivilen Opfern geführt", erklärte die Organisation. Diese hohe Zahl lasse vermuten, dass die an der Offensive beteiligten Koalitionskräfte keine ausreichenden Vorsichtsmaßnahmen treffen, so Amnesty weiter.

Zivile Opfer: Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Allianz
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.03.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Viele Tote an "sicheren Orten"

Amnesty habe dokumentiert, dass im Kampf um Mossul Hunderte von Zivilisten bei Luftschlägen in ihren Häusern oder an vermeintlich sicheren Orten getötet wurden. Die irakische Regierung habe sie zuvor aufgefordert, an Ort und Stelle zu bleiben und nicht zu fliehen, wie Überlebende und Augenzeugen berichtet hätten, heißt es in dem Bericht weiter. In zahlreichen Fällen hätten Überlebende und Nachbarn den Berichterstattern erzählt, dass sich Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" in zerstörten Häusern befanden oder sich in benachbarten Gebäuden verschanzt hätten, die nicht Ziel der Angriffe waren.

Vorfall vom 17. März

Bei Luftangriffen in West-Mossul waren nach Angaben der irakischen Behörden in den vergangenen Tagen Dutzende Bewohner getötet worden. Manche Regierungsvertreter und Zeugen sprachen sogar von Hunderten zivilen Opfern. "Bei einem der tödlichsten Luftschläge der US-geführten Koalition seit Jahren starben am 17. März laut Berichten 150 Menschen im Jadida-Viertel in West-Mossul", schreibt die Organisation, die vor Ort Fakten sammelte.

Die USA und der Irak hatten angekündigt, untersuchen zu lassen, ob das US-geführte Bündnis für diesen Vorfall verantwortlich war. Ein Aktivist hatte nach der Explosion berichtet, ein Luftangriff habe einen mit Sprengstoff beladenen Laster getroffen. Ein irakischer General erklärte hingegen, der IS habe Häuser mit Sprengladungen versehen, die explodiert seien. Das Pentagon erklärte, es werte derzeit mehr als 700 Video-Aufzeichnungen von Luftangriffen auf West-Mossul aus.

Offensive seit Oktober

Die Offensive zur Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt von den Dschihadisten hatte Mitte Oktober mit Unterstützung der von den USA angeführten Militärkoalition begonnen. Nach der Einnahme von Ost-Mossul im Januar begann im Februar der Angriff auf den Westteil der Stadt. Dabei wurden der Sitz der Regionalregierung, das Mossul-Museum und der Bahnhof zurückerobert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. März 2017 um 09:00 Uhr.

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