Kurdische Peschmerga-Kämpfer nahe der irakischen Stadt Mossul, Archivbild | Bildquelle: dpa

Bericht von Amnesty International Kurdische Kämpfer auf Rachefeldzug im Irak

Stand: 20.01.2016 10:54 Uhr

Kurdische Kämpfer sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International absichtlich arabische Dörfer im Irak zerstört haben. Die Taten seien ein Racheakt gegen arabische Einwohner, die angeblich die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützen.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer sollen laut Amnesty International absichtlich arabische Dörfer im Nordirak zerstört haben. In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation heißt es, dass Ortschaften planiert, in die Luft gesprengt oder angezündet worden seien.

Die kurdischen Kämpfer hatten die Dörfer zuvor von der Terrormiliz "Islamischer Staat" zurückerobert. Die Taten seien aus Rache an arabischen Bewohnern geschehen, weil diese angeblich den IS unterstützten. Laut Amnesty könnten die Zerstörungen Kriegsverbrechen gleichkommen.

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Satellitenaufnahmen aus dem Irak von 2014 und 2015 im Vergleich

Satellitenaufnahme aus dem Januar 2015
Satellitenaufnahme aus dem Juni 2014

Kurdische Peschmerga-Kämpfer sollen laut Amnesty International absichtlich arabische Dörfer im Nordirak zerstört haben. Diese Aufnahmen zeigen das Dorf Tabaj Hamid im Juni 2014 und Januar 2015 im Vergleich.

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Mehr als 100 Augenzeugenberichte

Zivilisten seien außerdem von kurdischen Kämpfern davon abgehalten worden, in ihre Dörfer zurückzukehren, erklärte Donatella Rovera, die Verantwortliche für die Feldstudien des Berichts. Dieser basiert unter anderem auf mehr als 100 Augenzeugenberichten und Satellitenbildern.

"Kräfte der Kurdischen Regionalregierung (KRG) im Irak scheinen die Speerspitze einer konzertierten Aktion zu sein, die arabischen Gemeinden durch die Zerstörung ganzer Dörfer im Nordirak mit Gewalt verdrängen will", so Rovera.

Die KRG erklärte wiederum, Zivilisten seien zu ihrer eigenen Sicherheit an der Rückkehr gehindert worden. Sprengfallen und selbstgebaute Bomben stellten eine Gefahr dar, hieß es. Diese werden vom IS häufig zurückgelassen, wenn die Islamisten sich zurückziehen.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Amnesty den kurdischen Truppen bereits Vertreibungen der Zivilbevölkerung in Nordsyrien vergeworfen.

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