Unterwasseraufnahmen vom neu entdeckten Korallenriff | Bildquelle: dpa

Fund in Amazonasmündung Erste Bilder von neu entdecktem Riff

Stand: 05.02.2017 12:36 Uhr

Es gilt als Sensationsfund und wichtigste meeresbiologische Entdeckung seit Jahrzehnten: ein 9500 Quadratkilometer großes Korallenriff in der Amazonasmündung. Forscher konnten nun erstmals mit einem U-Boot Unterwasseraufnahmen machen.

Ein ungewöhnliches Korallenriff im Mündungsgebiet des Amazonas im Atlantik elektrisiert internationale Forscher. Ein Team von Wissenschaftlern und der Umweltschutzorganisation Greenpeace konnte nun erstmals Unterwasseraufnahmen des 9500 Quadratkilometer großen Riff-Systems mit Schwämmen, Fischen und Korallen vor der Küste Brasiliens machen.

Zu Gesicht bekamen die Forscher eine einzigartige, blaugetünchte Welt von Schwämmen, Hart- und Weichkorallen, Rotalgen und Millionen von Fischen.

Erste Unterwasseraufnahmen vom neu entdeckten Riff (unkommentiert)
05.02.2017

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"Das ist ein Sensationsfund", sagte die deutsche Meeresbiologin Sandra Schöttner, die bei der Expedition dabei ist. Die Entdeckung sei einer der wichtigsten meeresbiologischen Funde seit Jahrzehnten, da bisher solche Riffe im Mündungsbereich von Flüssen nicht bekannt gewesen seien.

Ungewöhnlicher Ort für ein Korallenriff

Die Flüsse transportieren viel Sediment und organisches Material. Das trübt das Wasser, Korallenriffe entwickeln sich aber eigentlich nur bei starker Lichtdurchlässigkeit. Zudem mischt sich hier Süß- und Salzwasser und der Sauerstoffgehalt ist ungewöhnlich für Korallenriffe.

Das Ökosystem könne vermutlich einen Einblick liefern, wie Riffe in der Zukunft aussehen könnten, die durch Klimawandel und Erosion unter erschwerten Umweltbedingungen überleben müssen, sagte Schöttner.

Ölbohrungen im Gebiet geplant

Ein brasilianisches Forscherteam hatte 2016 die ganze Dimension des Riffs erkannt. Das Gebiet ist ungefähr so groß wie die Wattenmeer-Schutzgebiete von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und den Niederlanden zusammen.

Sorgen bereitet den Forschern aber, dass in der Nähe Ölbohrungen geplant sind. Konzessionen für Ölprobebohrungen wurden bereits vergeben. Greenpeace will die Borungen verhindern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Februar 2017 um 14:00 Uhr.

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