Trümmerhaufen im Zentrum von Amatrice | Bildquelle: dpa

Ein Jahr nach dem Beben von Amatrice Trümmer, so weit das Auge reicht

Stand: 24.08.2017 14:09 Uhr

Dass das Beben von Amatrice schon ein Jahr her ist, mögen die Bürger von Amatrice kaum glauben. Im Zentrum der Stadt liegen immer noch überall Trümmerhaufen. So prägte Trauer den Jahrestag, aber auch der Wille, Amatrice wieder aufzubauen.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Ein Gottesdienst zum Gedenken an die Katastrophe - die Dorfgemeinschaft von Amatrice versammelt sich an diesem Tag. Auch Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni ist gekommen und Domenico Pompili, der Bischof von Rieti, der den Menschen hier schon oft beigestanden hat und immer noch um die richtigen Worte ringt. "Es reicht nicht, dass wir geboren werden. Wir müssen lernen, wiedergeboren zu werden, das ist der Glaube, aber auch der Wiederaufbau, der kommt. Wenn er kommt."

Viele Menschen aus Amatrice und der Umgebung sind gekommen, auch solche, die ihren Verwandten nahe sein wollen. "Wir tragen noch den Schmerz im Herzen", sagt eine Frau, und ein Mann erzählt von den Cousins, die er verloren habe.

Und eine weitere Gottesdienstbesucherin wünscht sich, dass jetzt etwas in Amatrice geschieht und bekräftigt: "Wir haben Hoffnung und machen lächelnd weiter."

Amatrice ein Jahr nach dem Erdbeben
tagesschau 20:00 Uhr, 24.08.2017, Ellen Trapp, ARD Rom

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So viel Zeit, so wenig Entwicklung

Das Gesicht der Hoffnung ist Sergio Pirozzi, der Bürgermeister. Er sitzt beim Gottesdienst in der ersten Reihe, noch immer weigert er sich, die sogenannte rote Zone von Amatrice zu betreten, weil es dort aussieht, als sei in einem Jahr nichts passiert. Trümmerhaufen, soweit das Auge reicht.

Deswegen legt sich Pirozzi immer wieder auch mit der Regierung in Rom an. Diese habe Versprechungen gemacht und die dann vergessen. Aber er erinnert auch daran, "dass Menschen aus den Bergen daran gewöhnt sind, bergauf zu gehen".

Die Menschen in Amatrice wüssten, was Leiden bedeutet. Aber, so der Bürgermeister weiter, sie wüssten auch um die Kraft der Worte. Vier schwere Erdbeben habe es seit 1956 gegeben, "und trotzdem spielen hier jetzt Kinder. Das ist Leben. Wenn sie hier sind, gibt es echte Hoffnung".

Trümmerberge in Amatrice | Bildquelle: ARD-Studio Rom
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Beharrlichkeit gefragt: In Amatrice ist noch viel zu tun.

Die Mühlsteine der Bürokratie

Am Geld soll es nicht scheitern, hört man aus Rom. In Amatrice und in der Umgebung scheitert es bislang eher daran, dass die Verfahren zu lange dauern, dass es nicht voran geht.

Dabei wurden hier fast 600 Behelfshäuser gebaut. Es gibt jetzt schöne, luftige Gebäude für Geschäfte und Restaurants, damit die Dorfgemeinschaft zusammen bleibt.

In der Nacht wollten die Menschen aus Amatrice unter sich sein. In einem Fackelzug zogen sie durchs Dorf, enthüllten zwei Denkmäler und verlasen die Namen der Toten. Für jedes der Opfer von Amatrice läutete einmal die Glocke. 239 Schläge, eine Ewigkeit.

Immer nach vorne schauen

Insgesamt starben vor einem Jahr 299 Menschen, 140 Kommunen in der Region waren betroffen. Am Nachmittag fährt Amatrices Bürgermeister Pirozzi in eine Nachbargemeinde, auch dort hat es Tote gegeben. Aber Pirozzi will an diesem Tag nicht nur zurückblicken. Amatrice soll wiederauferstehen.

In sieben, acht Monaten sollen die Trümmer im Zentrum beseitigt sein. Dann könnte der Wiederaufbau beginnen. Richtig gut werde das, davon ist Pirozzi überzeugt. "Ganz langsam, mit der Stärke und der Solidarität, die immer da war, werden wir siegen."

Fachleute sagen, der Wiederaufbau in der Erdbebenregion sei eine Aufgabe für Generationen. Sergio Pirozzi sieht nicht so aus, als ob er so viel Geduld hätte.

Amatrice Gedenken ein Jahr nach dem ersten Erdbeben
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
24.08.2017 13:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 24. August 2017 NDR Info um 08:20 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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