Trümmerberge in Amatrice | Bildquelle: dpa

Amatrice ein Jahr nach dem Beben Warten auf ein normales Leben

Stand: 24.08.2017 09:06 Uhr

Vor einem Jahr zerstörten Erdbeben das italienische Amatrice, fast 300 Menschen verloren ihr Leben. Der Wiederaufbau läuft schleppend. Hoffnung macht etwa ein Krankenhaus, das mit deutscher Unterstützung entsteht.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom, zzt. Amatrice

Zwischen meterhohen Haufen aus Schutt und Mauerresten ragt einsam der Kirchturm von Amatrice heraus. Wenigstens einige Straßen sind wieder freigeräumt hier in der Roten Zone - dem Stadtkern, der von den verheerenden Erdbeben völlig zerstört worden ist.

Vor den Schutthaufen: Ein kleiner Trupp mit leuchtend gelben Bauarbeiterhelmen auf den Köpfen - der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Gunther Adler, und Mitarbeiter der deutschen Botschaft lassen sich von einem Feuerwehrmann erklären, wie die Aufräumarbeiten vorangehen: "Hier sieht man zum Beispiel die Kirche Sant' Agostino. Weil sie denkmalgeschützt ist, haben wir alle Steine und Trümmer ihrer Mauer geborgen und aufbewahrt, um sie dann irgendwann wiederaufzubauen", erklärt er.

Amatrice gedenkt ein Jahr nach dem Beben der Opfer
tagesschau 12:00 Uhr, 24.08.2017, Ellen Trapp, ARD Rom

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Menschen leben in Notunterkünften

Irgendwann - doch das kann noch dauern. Ein Jahr ist seit dem ersten der schlimmen Erdbeben vergangen, immer noch leben Menschen in Notunterkünften, viele in Amatrice und Umgebung kritisieren, dass der Wiederaufbau so schleppend verläuft.

Krankenhaus in Amatrice | Bildquelle: ARD-Studio Rom
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Ein Gebäude des neu entstehenden Krankenhauses in Amatrice

Auch das Krankenhaus ist völlig zerstört - deshalb ist Adler in Amatrice. Mit sechs Millionen Euro wird sich die Bundesregierung am Bau eines neuen Krankenhauses beteiligen, eine entsprechende Vereinbarung hat Adler gerade unterschrieben: "Es gibt in Deutschland das Sprichwort: Wer baut, der bleibt. Genau das ist hier in Amatrice so wichtig. Die Bürgerinnen und Bürger von Amatrice sind nicht allein, sie sind nicht verlassen - sie haben unsere Solidarität, unser gemeinsames Engagement und auch unseren gemeinsamen Mut", sagt Adler.

Modell für Krankenhäuser in Italien

Mehr als 13 Millionen Euro soll der Neubau kosten, den Rest der Finanzierung übernimmt der italienische Staat. Es soll ein Modell für Krankenhäuser in ganz Italien werden, mit modernster Technik und allem was ein Regionalkrankenhaus braucht: Notaufnahme, Ambulanz, OP-Saal und vieles mehr.

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Und: Es wird genau da stehen, wo die zerstörte Klinik war - denn es soll wie vor dem Erdbeben sein, nur besser, sagt Nicola Zingaretti, der Präsident der Region Latium. Ein Stück Normalität für Amatrice also - und für Zingaretti ein Beweis der Freundschaft zwischen Deutschland und Italien.

Zingaretti zeigt sich dankbar: "Zum Wiederaufbau des Krankenhauses beitragen zu wollen, bedeutet auch irgendwie für immer hier zu bleiben - auch über die akute Notlage hinaus. Das ist ein wirklich schönes Zeichen, für das wir der Kanzlerin und der deutschen Regierung danken müssen."

Bürgermeister bald in Berlin zu Besuch

Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, kann das im September sogar persönlich tun: Kanzlerin Angela Merkel hat den Mann, der seit dem ersten Erdbeben für den Wiederaufbau Amatrices kämpft, nach Berlin eingeladen, im September wird das Treffen stattfinden.

Sergio Pirozzi | Bildquelle: ARD-Studio Rom
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Sergio Pirozzi, Bürgermeister von Amatrice

Auch Pirozzi ist hoch erfreut über die deutsche Spende. Das Krankenhaus gebe Amatrice wieder eine Perspektive, eine Zukunft, sagt er: "Das ist unser Krankenhaus. Dank der Spenden entsteht eine Einrichtung, die wichtig ist für einen großen Teil einer Gegend, die im Gebirge liegt und sehr weit weg ist von großen Zentren."

Schließlich ist das nächste Krankenhaus mehr als 60 Kilometer entfernt, über die Bergstraßen dauert es lange, dort anzukommen. Doch einige Zeit müssen sich die Einwohner von Amatrice und Umgebung noch gedulden - erst Ende 2019 soll das Krankenhaus fertig werden. An das Warten auf ein normales Leben haben sich die Menschen hier mittlerweile gewöhnen müssen.

Amatrice - ein Jahr danach
Lisa Weiß, ARD Rom
24.08.2017 08:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 24. August 2017 NDR Info um 08:20 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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