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Peter Altmaier vor dem Windpark Alpha Ventus in der Nordsee bei Borkum

IRENA-Konferenz in Abu Dhabi

Altmaier auf Klubsuche für die Energiewende

Umweltminister Altmaier will mit einer Koalition aus Vorreiter-Staaten den Ausbau von Wind- und Solarparks weltweit vorantreiben. Deutschland könnte seinen Vorsprung bei den Erneuerbaren Energien ausschlachten und nebenbei noch den Lack aufpolieren. Dazu muss aber China mitmachen.

Von Werner Eckert, SWR-Hörfunk, zzt. in Abu Dhabi

Wenn die Klimaverhandlungen nichts bringen, dann muss es wenigstens mit den Erneuerbaren Energien vorangehen. Bundesumweltminister Peter Altmaier treibt seit August die Idee um: ein Klub der Klimawendestaaten soll den anderen zeigen, wie es geht. Bei der Generalversammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien in Abu Dhabi wollte er damit am Abend weiter kommen.

Reden will niemand - nichts zerreden, heißt es nach dem Treffen. Der Bundesumweltminister ist aber guten Mutes: "Ich bin heute Abend optimistischer denn je, dass es uns gelingen kann, das Thema Erneuerbare Energien weltweit gemeinsam voranzubringen."

Altmaiers Energiewende-Klub noch lange nicht in trockenen Tüchern
W. Eckert, ARD Abu Dhabi
15.01.2013 03:37 Uhr

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Der Einladung Altmaiers sind China, Südafrika und Marokko gefolgt, Großbritannien, Dänemark und Frankreich, außerdem Tonga als Vertreter der kleinen Inselstaaten. Mit ihnen zuerst soll eine Gruppe geformt werden, die vormacht, wie Energiewende geht.

Das ist nicht nur ein Umweltthema: "Es geht darum, dass wir neue Märkte erschließen, es geht darum, dass wir auch unsere Industrien in diesem Bereich unterstützen und es geht darum, dass international deutlich wird, dass ganz wichtige Länder sich diesem Thema verschrieben haben", sagte Altmaier.

Nebenbei den Lack aufpolieren

Bundesumweltminister Peter Altmaier
galerie

Altmaier spricht von einer "exzellenten Zusammenarbeit mit China".

Vielleicht kann Deutschland so seinen Vorsprung bei den Erneuerbaren Energien wirtschaftlich ausschlachten und nebenbei noch den Lack aufpolieren - spätestens seit dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen nagt der Bedeutungsverlust im internationalen Klimageschäft an den Europäern allgemein und den Deutschen im Besonderen.

In beiden Fällen ist China wohl der wichtigste Bündnispartner. Altmaier hat sich deshalb auf allen Ebenen um die Vertreter Pekings gekümmert: "Wir haben über konkrete Formen der Zusammenarbeit gesprochen für den Bereich der Erneuerbaren Energien. Wir haben eine exzellente bilaterale Zusammenarbeit mit China und die werden wir auch in Zukunft weiter ausbauen."

China muss mitmachen

China müsste wohl auf jeden Fall bei einem Klub der Klimastaaten dabei sein. Die Chinesen orientieren sich momentan sonst eher an den USA. Sie haben aber eben auch ein massives Interesse, ihre Energie-Umweltprobleme zu lösen, sagt Stefan Singer, Energieexperte des WWF: "Also das beißt und zwickt an allen Ecken und Enden. Und das wissen auch die chinesischen Fundamentalisten."

China ist zentral, auch aus wirtschaftlichen Gründen - das meint auch Prof. Eike Weber, Chef des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg. Das Land habe für 100 Millarden Dollar in Deutschland Maschinen gekauft, um Solaranlagen herstellen zu können. Sowohl der Mann vom WWF als auch der Solar-Professor begrüßen den Ansatz des Umweltministers. Für selbstlos halten sie ihn nicht.

Prof. Weber verweist auf die innenpolitische Wirkung, die eine enge Partnerschaft, ein solcher Klub, haben könnte: "Es geht natürlich auch darum, die politische Unterstützung für die Energiewende in Deutschland zu verstärken. Dadurch, dass man demonstriert: 'Was wir in Deutschland machen, das ist ein positives Beispiel in der ganzen Welt. Da sind Länder bereit aufzustehen, ihren Namen herzugeben, zu sagen, wir sind dabei'. Das wird natürlich auch Rückwirkungen auf Deutschland haben."

"Wir brauchen keinen Schwätzerklub"

Noch ist die Idee nicht unter Dach und Fach. Und selbst wenn: Welche Form wird sie haben und was bringt sie? Stefan Singer vom WWF hängt die Latte mal etwas höher: "Wir brauchen keinen Schwätzerklub, wir brauchen keinen Debattierklub, wir brauchen nicht mehr Konferenzen. Wir brauchen Action."

Dieser Beitrag lief am 14. Januar 2013 um 18:36 Uhr im Deutschlandfunk.

Stand: 15.01.2013 03:55 Uhr

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