Alternative Nobelpreise vergeben

Alternative Nobelpreise Gegen Krieg, Diskriminierung und Klimachaos

Stand: 01.10.2015 11:26 Uhr

Ein italienischer Arzt kümmert sich um Kriegsopfer. Eine Inuit-Aktivistin kämpft in Kanada für ihr Volk. Eine Frau aus Uganda tritt für Homosexuelle ein. Dafür bekommen sie den Alternativen Nobelpreis. Einen Ehrenpreis erhält das Volk der Marshall-Inseln.

Mit dem Alternativen Nobelpreis sind in diesem Jahr Kämpferinnen und Kämpfer für Menschenrechte und gegen Krieg und Klimawandel geehrt worden. Der italienische Arzt Gino Strada bekommt den Preis, weil er seit zwei Jahrzehnten an den Krisenherden der Welt Opfer von Krieg und Verfolgung medizinisch versorgt. In der Flüchtlingskrise hilft seine Organisation "Emergency" sowohl in Italien als auch im Irak. Außerdem arbeite Strada gegen die Ursachen von Krieg an, erklärte die "Right Livelihood Award Stiftung" in Stockholm.

Mit seiner Frau gründete Strada 1994 "Emergency". Die Organisation betreibt inzwischen mehr als 60 Krankenhäuser und Erste-Hilfe-Einrichtungen. Kostenlos und auf hohem Niveau sorgt diese medizinisch für Flüchtlinge und Kriegsopfer - etwa in Afghanistan, im Irak, in Sierra Leone und im Sudan. Die Organisation betreibe aber nicht nur Nothilfe, sondern sorge dafür, dass "vor Ort Kapazität und Wissen entstehen", so die "Right Livelihood Award Stiftung". Doch der 67-Jährige packe die Probleme auch an der Wurzel an: Er habe sich gegen Italiens Beteiligung am Irakkrieg eingesetzt und für ein Verbot der Landminenproduktion in seiner Heimat gekämpft.

Träger des "Alternativen Nobelpreises 2015" bekanntgegeben
tagesschau 16:00 Uhr, 01.10.2015, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kampf für Inuit in Kanada

Die mit je rund 106.000 Euro dotierte Auszeichnung ging zudem an die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier. Sie arbeitet intensiv daran mit, das Bildungssystem in Nord-Quebec an die Bedürfnisse der Inuit anzupassen.

Als Chefin des "Inuit Circumpolar Council" in Kanada vertrat sie ab 1995 die Interessen der Menschen in den Ländern der Arktis. Zuletzt galt ihr Hauptaugenmerk dem Klimawandel. Vor der internationalen Gemeinschaft argumentierte sie, dass der Ausstoß von Treibhausgasen die Menschenrechte der Inuit verletzte.

Einsatz unter großer Gefahr

Außerdem wird die Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera ausgezeichnet, die "trotz unerträglicher Einschüchterung und Gewalt" in ihrer Heimat Uganda für die Rechte von Homo-, Inter- und Transsexuellen kämpft. Fast wäre die 1980 geborene Kasha Nabagesera von der Universität geflogen - weil sie als Studentin offen homosexuell lebte. Von diesem Moment an setzte sie sich unter großer Gefahr für die Rechte von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen in ihrer Heimat Uganda ein. Erfolgreich zog sie 2014 gegen ein Gesetz vor Gericht, das Homosexualität unter schwere Strafen bis hin zu lebenslanger Haft stellte. Die "Right Livelihood Award Stiftung" nennt sie eine der "mutigsten Menschenrechtsaktivistinnen in Afrika".

Ehrenpreis für de Brum und das Volk der Marshallinseln

Das Volk der Marshallinseln und ihr Außenminister Tony de Brum bekamen einen Ehrenpreis für ihr Beharren auf die atomare Abrüstung. Während seiner Jugend auf den Marshallinseln erlebte de Brum 67 Atomwaffentests der USA, unter deren Verwaltung die Inselgruppe zu dieser Zeit noch stand. Das prägte den späteren Politiker, der sich nach seinem Studium für die Unabhängigkeit seines Landes einsetzte. Nachdem er 2014 zum dritten Mal Außenminister des Inselstaats geworden war, klagte er vor dem Internationalen Gerichtshof gegen die neun Atommächte, "weil diese ihren Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag nicht nachkommen", begründet die "Right Livelihood Award Stiftung" ihre Wahl.

Die Preise werden am 30. November im schwedischen Reichstag verliehen.

1/20

Die Geschichte des alternativen Nobelpreises

Viele Frauen, einige Deutsche, ambitionierte Projekte - der "Right Livelihood Award"

Gino Strada, Kasha Jacqueline Nabagesera, Tony de Brum und Sheila Watt-Cloutier

Die Alternativen Nobelpreise gehen im Jahr 2015 nach Italien, Uganda, Kanada und an die Marshallinseln. Preisträger sind: Der Italienische Chirurg Gino Strada (l), der sich für die Versorgung von Kriegsopfern engagiert, die ugandische Menschenrechtlerin Kasha Jacqueline Nabagesera (2.v.l.), die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt und an die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier (r). Einen Ehrenpreis vergab die Right-Livelihood-Stiftung an das Volk der Marshallinseln und seinen Außenminister Tony de Brum (2.v.r.) für ihr Eintreten gegen Atomwaffen und Klimawandel. | Bildquelle: dpa

Preisträger des Alternativen Nobelpreis bekannt gegeben
N. Hansen, ARD Stockholm
01.10.2015 14:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: