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Massenkundgebung im Iran
Hunderttausende demonstrieren gegen Israel
Hunderttausende Menschen sind im Iran auf die Straße gegangen, um gegen Israel zu protestieren. Zu den landesweiten Demonstrationen hatte die Regierung anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages aufgerufen.
Angeheizt wurden die Kundgebungen durch die Drohung Israels, mit einem Militärschlag gegen das umstrittene iranische Atomprogramm vorzugehen. Das staatliche Fernsehen unterbrach sein übliches Programm und berichtete allein über die Proteste. Die iranischen Staatsmedien sprachen gar von Millionen Teilnehmern.
Ahmadinedschad: Israel ist "Krebsgeschwür"
Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete Israel während einer Rede als "Krebsgeschwür" und sprach dem jüdischen Staat erneut das Existenzrecht ab. "Auf der neuen Landkarte des Nahen Ostens wird es weder ein zionistisches Regime noch eine Vorherrschaft der USA geben", sagte Ahmadinedschad in der Rede an der Universität von Teheran.
Die besetzten Gebiete müssten voll und ganz an die Palästinenser zurückgegeben werden. Den westlichen Führern warf Irans Präsident vor, seit Jahrzehnten Sklaven Israels zu sein: "In den USA müssen selbst Präsidentschaftskandidaten vor den Zionisten auf die Knie gehen."
Aufruf zur Befreiung Jerusalems
Die Al-Kuds-Demonstrationen, auf denen zur "Befreiung" Jerusalems aufgerufen wird, finden im Iran traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan statt. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967 und die Bekundung der Solidarität mit den Palästinensern. Der Iran erkennt - wie viele andere muslimische Staaten - Israel nicht an.
Eine besondere Brisanz erhalten die Demonstrationen in diesem Jahr durch die politischen Spannungen zwischen dem Iran und Israel. Die israelische Führung hatte dem Iran in den vergangenen Monaten immer wieder mit einem militärischen Angriff gegen seine Atomanlagen gedroht.
Israel sieht in dem iranischen Atomprogramm eine Bedrohung seiner Existenz. Die westlichen Länder verdächtigen die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel ziviler Forschung Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet alles Vorwürfe und betont, das Atomprogramm verfolge rein friedliche Ziele.
Stand: 17.08.2012 15:21 Uhr
