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Tiguentourine

Noch zahlreiche Ausländer vermisst

Schicksal der Geiseln in Algerien ungewiss

Der Ausgang der Geiselnahme in der algerischen Wüste ist weiter ungewiss. 30 Geiseln seien noch immer in der Gewalt der Terroristen, sagte der algerische Kommunikationsminister Mohammed Said im algerischen Radio. Die französische Nachrichtenagentur AFP zitiert hingegen algerische Sicherheitskräfte mit der Aussage, es seien noch zehn Geiseln in der Hand islamistischer Extremisten, unter ihnen Algerier und Ausländer.

Die Extremisten gaben selber an, noch drei Belgier, zwei US-Bürger, einen Japaner und einen Briten in ihrer Gewalt zu haben. Sie hatten am Mittwoch die Gasanlage von In Amanes nahe der libyschen Grenze gestürmt und die Mitarbeiter gefangen genommen.

Zwei weitere Statoil-Mitarbeiter frei

Satellitenaufnahme vom Gasfeld In Amenas
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Satellitenaufnahme vom Gasfeld In Amenas

Der norwegische Konzern Statoil vermisst noch sechs Mitarbeiter, nachdem zwei weitere Angestellte in Sicherheit gebracht worden waren, wie der Generaldirektor des Konzerns, Helge Lund, erkärte. "Die Situation bleibt konfus und ernst", sagte Lund. Gestern Abend wurden drei Rumänen befreit, wie die Regierung in Bukarest mitteilte. Japans Regierungschef Shinzo Abe sagte, es würden noch zehn Japaner vermisst. Die japanische Baufirma JGC teilte mit, von ihren 78 japanischen und anderen Mitarbeitern würden weiter 58 vermisst.

Unklar ist, ob die Vermissten bei dem Angriff der algerischen Armee auf die Geiselnhemer am Mittwoch getötet wurden. Berichten zufolge starben bei dem Befreiungsversuch zwischen zwölf und 30 Geiseln. 650 Geiseln sollen aus der vom Militär umstellten Anlage befreit worden sein.

Hintergrund

Die Gasanlage Tiguentourine bei In Amenas ist das drittgrößte Gasfeld Algeriens. Von dort stammen 18 Prozent des exportierten Gases. Täglich werden 75 Millionen Kubikmeter Gas durch die Gaspipeline Transmed nach Italien gepumpt.

Seit 2006 wird der mitten in der Wüste gelegene isolierte Komplex von dem britischen Konzern BP und der norwegischen Statoil in Zusammenarbeit mit dem algerischen Unternehmen Sonatrach betrieben. In dem Industriekomplex arbeiten rund 700 Menschen; die meisten von ihnen sind Algerier. In die Anlage wurden umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro investiert.

Quelle: AFP

Algerische Armee verteidigt Angriff

Die algerische Armee verteidigte ihr umstrittenes Vorgehen gegen die islamistischen Extremisten am Donnerstag. Der Einsatz sei eine Antwort auf eine Entscheidung der Terroristen gewesen, alle Geiseln zu töten und ein wahres Massaker anzurichten, zitierte die Tageszeitung El-Khabar einen Armeesprecher. Weder Algerien noch die USA wollen mit den Geiselnehmern verhandeln. Die USA und Japan forderten Algerien jedoch zu extremer Vorsicht auf.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte der britischen BBC: "Al-Kaida muss wissen, dass es keinen Fluchtpunkt gibt - in Algerien, Mali oder sonstwo. Wir werden keine Verstecke zulassen, von wo aus solche terroristischen Akte ausgeführt werden können."

Die mit Raketen und Granatwerfern bewaffneten Islamisten verlangen unter anderem das Ende des von Frankreich angeführten internationalen Militäreinsatzes in Mali. Sie kündigten weitere Anschläge auf ausländische Einrichtungen an.

Norwegen lobt Algerier

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide
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Norwegens Außenminister Eide zeigte Zuversicht.

Die Regierung Norwegens äußerte sich inzwischen vorsichtig positiv zu den Aussichten auf ein baldiges Ende des Geiseldramas. Außenminister Espen Barth Eide sagte in Oslo: "Es gibt Hoffnung, dass die Aktion sich dort ihrem Abschluss nähert." Eide lobte die "gute Zusammenarbeit" mit den algerischen Behörden und hob auch deren umfassende Informationen hervor. "Wir haben ein recht guten Überblick über das, was dort passiert", sagte Eide. Er könne aber keine Einzelheiten nennen.

Über dieses Thema berichtete das nachmagazin am 19. Januar 2013 um 00:15 Uhr.

Stand: 19.01.2013 13:30 Uhr

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