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Satellitenaufnahme, die das Gasfeld In Amenas in Algerien zeigt

Geiseldrama mit vielen Toten

Massive Kritik an Algeriens Informationspolitik

Was derzeit auf der Erdgasanlage in Algerien passiert, ist noch immer unklar. Angeblich soll die Armee die Anlage umstellt haben und einen Teil davon kontrollieren. International wächst die Kritik an Algeriens Regierung, die über ihre umstrittene Militäraktion nur spärlich informiert.

Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat, zurzeit in Mali

"Russische Methoden" warfen einige Kommentatoren der algerischen Regierung vor. Großbritannien wie die USA kritisierten die Regierung offen dafür, dass sie nicht über den bevorstehenden Angriff informiert wurden. Und Japan verlangte von Algerien, die Militäraktion umgehend zu stoppen.

Frankreichs Präsident François Hollande gab sich am Abend zurückhaltend - er verfüge noch nicht über genügend Informationen: "Die Krise scheint sich unter dramatischen Bedingungen zu lösen. Die algerischen Behörden halten mich regelmäßig auf dem Laufenden."

Aktuelle Lage Algerien/Mali
M. Dugge, ARD Rabat
18.01.2013 04:12 Uhr

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Geiselnehmer offenbar aus Libyen

Etwa 20 Terroristen hatten am Mittwoch die Erdgasanlage gestürmt und Geiseln genommen. Sie kamen offenbar aus Libyen und sind Gefolgsleute des algerischen Al-Kaida-Führers Moktar Belmokhtar. Mit der Aktion wollten sie einen Stopp des französischen Militäreinsatzes in Mali bewirken. Dort kämpfen malische und französische Militärs gegen radikale Islamisten.

Die algerische Regierung lehnte Verhandlungen aber ab und griff durch. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS hatte die Armee bei dem Einsatz auf zwei Busse gefeuert. Die Militärs sollen vermutet haben, dass diese das Gelände mit einigen Geiseln verlassen wollten, um ins Ausland zu gelangen. Offenbar sollten die Geiseln aber nur in einen anderen Teil der Anlage gebracht werden.

Angriff der algerischen Armee endet in Blutbad
ARD-Morgenmagazin, 18.01.2013, Jörg Rheinländer, ARD Madrid

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Kommunikationsminister sieht Erfolg

Algeriens Kommunikationsminister Mohammed Said bemühte sich, den Militäreinsatz trotzdem als Erfolg darzustellen. Die Regierung habe erst erfolglos versucht, mit den Geiselnehmern ins Gespräch zu kommen. Dann habe man Warnschüsse abgegeben. Aber auch das habe nichts genützt. "Die Terroristengruppe weigerte sich offenkundig, nach den Warnschüssen einzulenken. Dann wurde der Angriff gestartet. So konnten bis jetzt mehrere Landsleute und Ausländer befreit werden", sagte er.

Etwa 600 Algerier und vier Ausländer hätten den Geiselnehmern entkommen können, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur APS. Was derzeit auf dem Gelände geschieht, ist unklar. Angeblich soll die algerische Armee noch immer die Anlage umstellen und zumindest einen Teil davon kontrollieren.

Hintergrund

Die Gasanlage Tiguentourine bei In Amenas ist das drittgrößte Gasfeld Algeriens. Von dort stammen 18 Prozent des exportierten Gases. Täglich werden 75 Millionen Kubikmeter Gas durch die Gaspipeline Transmed nach Italien gepumpt.

Seit 2006 wird der mitten in der Wüste gelegene isolierte Komplex von dem britischen Konzern BP und der norwegischen Statoil in Zusammenarbeit mit dem algerischen Unternehmen Sonatrach betrieben. In dem Industriekomplex arbeiten rund 700 Menschen; die meisten von ihnen sind Algerier. In die Anlage wurden umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro investiert.

Quelle: AFP

Angst vor Attentaten in Mali

Nach dem Anschlag in Algerien steigt auch in Mali die Angst vor Attentaten. Dort ging der Militäreinsatz der Franzosen am Donnerstag weiter. Französische Truppen lieferten sich Gefechte mit den Islamisten im Zentrum des Landes. Details wurden aber nicht bekannt.

In der Hauptstadt Bamako trafen die ersten Soldaten aus Togo und Nigeria ein, die Teil der geplanten afrikanischen Eingreiftruppe sein werden. Beim Transport von afrikanischen Truppen nach Mali sollen auch zwei deutsche Transall-Maschinen helfen. Sie werden in den kommenden Tagen in Bamako erwartet.

Angriff der algerischen Armee endet in Blutbad
ARD-Morgenmagazin, 18.01.2013, Jörg Rheinländer, ARD Madrid

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Stand: 18.01.2013 04:30 Uhr

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