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Nach Überfall auf algerisches Erdgasfeld
Algerien startet offenbar Befreiungsaktion
Algerische Militärhubschrauber haben nach Darstellung der Geiselnehmer einen Angriff auf das Gasfeld im Osten Algeriens gestartet, auf dem islamistische Terroristen seit Mittwoch mehrere Dutzend westliche Arbeiter in ihrer Gewalt halten. 25 ausländische Geiseln konnten fliehen, wie algerische Sicherheitskräfte berichten.
Zuvor hatte ein algerischer TV-Sender berichtet, dass 15 Ausländer flüchten konnten, darunter ein französisches Paar. Ihnen sei es gelungen, zusammen mit rund 30 Algeriern aus der Gewalt der Islamisten zu entkommen.
Betreiber BP: "Lage bleibt unsicher"
Nach Informationen des britischen BP-Konzerns, der die Anlage in Algerien mit betreibt, ist das Gasfeld weiter in der Hand der Aufständischen. "Die Situation vor Ort bleibt ungelöst und unsicher", teilte ein Sprecher mit. BP-Vorstandschef Bob Dudley sagte: "Wir tun alles, was wir können, um die Sicherheit unserer Leute zu gewährleisten und uns um ihre Familien zu kümmern."
Die Islamisten hatten gestern die Einrichtungen in einem Erdgasfeld gestürmt und nach eigenen Angaben mehr als 40 Ausländer als Geiseln genommen. Algerische Quellen sprechen hingegen von 20 Geiseln. Bei dem Angriff waren ein Brite und ein Algerier getötet worden.
Die algerische Regierung schloss Verhandlungen mit den Geiselnehmern aus. Hinter der Geiselnahme steht nach algerischen Angaben die Organisation Al Kaida im islamischen Maghreb. Sie fordert ein Ende des französischen Einsatzes in Mali.
EU segnet Mali-Mission ab
Unterdessen beschlossen die Außenminister der EU bei einem Sondertreffen in Brüssel, Militärausbilder nach Mali zu entsenden. Die vermutlich etwa 250 Experten sollen die malischen Streitkräfte in die Lage versetzen, die Aufständischen im Norden des Landes zu bekämpfen. Die Ausbilder sollen durch etwa 200 Soldaten geschützt werden. Die EU-Mission soll sich aber nicht selbst an Kämpfen beteiligen.
"Wir wollen die afrikanischen Kräfte dabei unterstützen, dass sie in die Verantwortung für die Stabilisierung Malis treten können", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zu Beginn des Treffens über die Ausbildungsmission. Dieser Einsatz sei "ein wichtiger Beitrag der Europäischen Union für eine stabile und verantwortungsvolle Entwicklung in Mali".
Deutschland schickt Transportflugzeuge
Die Bundesregierung hatte gestern beschlossen, sich mit der Entsendung von zwei Flugzeugen an dem Militäreinsatz zu beteiligen. Die beiden Maschinen vom Typ Transall sollen Truppen der westafrikanischen Wirtschaftsunion ECOWAS in die malische Hauptstadt Bamako bringen. "Diese Maßnahme kann unverzüglich beginnen", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Der Einsatz erfordere kein Mandat des Bundestags.
Stand: 17.01.2013 14:00 Uhr
