Menschen sitzen in und auf Bussen. | Bildquelle: AFP

Evakuierungen in Syrien Die Busse fahren wieder

Stand: 19.12.2016 09:32 Uhr

Erneut haben Hunderte Menschen Ost-Aleppo verlassen. Beobachter berichten von rund 20 Bussen, die das umkämpfte Gebiet verlassen konnten. Auch aus zwei Dörfern mit überwiegend schiitischer Bevölkerung fuhren Busse ab - das war dem Iran wichtig.

Nach einer Unterbrechung der Evakuierungen aus dem Osten von Aleppo sind am frühen Morgen erneut mehr als tausend Menschen aus den Rebellengebieten der Stadt gebracht worden. Rund 20 Busse mit Bewohnern aus Aleppo seien am Sammelpunkt westlich der Stadt eingetroffen, sagte Ahmad al-Dbis, Chef einer Gruppe Mediziner und Freiwilliger, die dort die Evakuierungen koordiniert. "Hier sind etwa 1200 bis 1300 Menschen."

Evakuierung von Aleppo wieder angelaufen
tagesschau 12:00 Uhr, 19.12.2016, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Zwei Dörfer mit taktischer Bedeutung

Zur gleichen Zeit wurden etwa 500 Menschen aus den belagerten schiitischen Dörfern Fua und Kafraja in der Provinz Idlib evakuiert, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, sind aber von Rebellen umzingelt. Zehn Busse hätten die Ortschaften nun verlassen können und seien auf dem Weg in Gebiete in Regierungshand in Aleppo, erklärte die in Syrien gut vernetzte Beobachtungsstelle.

Mevlüt Çavuşoğlu @MevlutCavusoglu
Including 4500 people in East #Aleppo since midnight, 12000 civilians in total were evacuated so far to the area under control of opposition

Die Evakuierungen aus Ost-Aleppo waren in den vergangenen Tagen immer wieder ausgesetzt worden. Die Pläne sind mit dem Schicksal der Dörfer Fua und Kafraja verknüpft. Die Freilassung Verwundeter und anderer Zivilisten aus den beiden belagerten Dörfern war eine Bedingung für die Wiederaufnahme der Evakuierungen aus Ost-Aleppo.

Insbesondere die von Iran unterstützten Milizen, die auf der Seite der syrischen Regierung kämpfen, hatten dies gefordert.

UN-Sicherheitsrat tagt

Am Sonntag waren mehrere Busse für die Evakuierung der beiden Ortschaften vermutlich von islamistischen Rebellen in Brand gesteckt worden, daraufhin wurden die Aktionen erneut ausgesetzt. In der Nacht warteten dann mehr als 30 vollbesetzte Busse darauf, Aleppo verlassen zu können. Kurz zuvor konnten etwa 350 Menschen die Gebiete verlassen.

Der UN-Sicherheitsrat in New York will heute über eine gemeinsame Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo abstimmen. Russland hatte zunächst sein Veto gegen einen von Frankreich eingebrachten Resolutionstext angekündigt, der den Vereinten Nationen sofortigen und bedingungslosen Zugang nach Aleppo ebnen sollte. Nach Beratungen hieß es dann, es sei eine Einigung auf eine Entsendung von UN-Beobachtern nach Ost-Aleppo erzielt worden. Ziel seien sichere Evakuierungen und sofortige humanitäre Hilfe.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2016 um 10:35 Uhr.

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