Ein Bus fährt durch das zerstörte Aleppo. | Bildquelle: AFP

Evakuierung von Ost-Aleppo Die Busse stehen wieder bereit

Stand: 18.12.2016 18:42 Uhr

In Ost-Aleppo stehen wieder Busse bereit, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Familien sollen Nummern zugewiesen bekommen haben. Doch ob und wie lange die Einigung von Rebellen und regierungstreuen Truppen hält, ist fraglich. Am Abend tagt der UN-Sicherheitsrat.

Die Wiederaufnahme der Evakuierung Ost-Aleppos steht offenbar kurz bevor. Die Busse zum Abtransport Tausender Rebellen und Zivilisten seien in den belagerten Teil der Stadt eingefahren, berichteten regimenahe Medien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte übereinstimmend. Ein Englischlehrer in der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AP, Familien seien Busnummern zugeteilt worden.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Vor Beginn der Aktion hatte es eine Vereinbarung zwischen beiden Seiten gegeben: Demnach sollen die Rebellen von ihnen eingekesselte Dörfer in der Provinz Idlib und an der Grenze zum Libanon freigeben, sodass diese evakuiert werden können. Im Gegenzug sollen alle Menschen aus Ost-Aleppo freies Geleit bekommen.

Brennende Busse

Zunächst schien es so, als ob Rebellen und regierungstreue Truppen ihr Versprechen einhielten. Doch inzwischen kam es bei der Evakuierung der schiitischen Dörfer Fua und Kafraja in der südwestlich von Aleppo gelegenen Provinz Idlib zu Problemen. Bewaffnete hätten die Fahrt der Evakuierungsbusse behindert, berichtete die oppositionsnahe Beobachtungsstelle. Einige Busse sollen auch angezündet worden sein. Wer für die Angriffe verantwortlich war, war zunächst unklar. Laut der Beobachtungsstelle geht die Attacke auf einen Streit zwischen der extremistischen Gruppe Fateh al-Scham und der einflussreichen Rebellenorganisation Ahrar al-Scham zurück.

Volker Schwenck @VSchwenck
Video zeigt möglicherweise, wie JFS (Ex-Al Nusra) Busse anzündet, die Zivilisten aus zwei schiitischen Orten evaku… https://t.co/mfBLour0BO

Ein Militärsprecher sagte, der Angriff auf die Busse werde die geplante Evakuierung in Aleppo und den Dörfern nicht verhindern. Für die Menschen in den betroffenen Stadtteilen ist die Lage katastrophal. Tausende Bewohner warten Medienberichten zufolge bei eisiger Kälte auf eine Fortsetzung der Evakuierung. Sie haben weder Essen noch Trinken. Die Rebellengebiete im Osten waren nach heftigen Luftangriffen in den vergangenen Wochen von syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung Russlands und des Iran fast vollständig erobert worden.

Russland kündigt Veto gegen UN-Resolution an

Russland kündigte sein Veto im UN-Sicherheitsrat gegen einen Resolutionsentwurf Frankreichs an. Der Entwurf sieht die Entsendung von UN-Beobachtern in das Gebiet vor. Sie sollen von dort als neutrale Akteure über den Ablauf der Evakuierungen berichten. Außerdem fordert die Resolution, dass die Bewohner der Viertel freiwillig ausreisen und ihr Ziel frei wählen können.

Markus Schmidt, ARD New York, zu den Beratungen im UN-Sicherheitsrat
tagesschau 18:35 Uhr, 18.12.2016

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Es gebe zwar kein Problem mit der von Frankreich geforderten Überwachung in Syrien, sagte UN-Botschafter Witali Tschurkin. Man könne Beobachter aber nicht ohne angemessene Vorbereitung und ohne Information der Beteiligten nach Ost-Aleppo schicken. "Das riecht förmlich nach Katastrophe", sagte er. Jedoch wird hinter verschlossenen Türen weiter verhandelt.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass nach wie vor 30.000 Menschen in der bisherigen Rebellenhochburg unter verheerenden Bedingungen ausharren. Es dürfte Tage dauern, sie alle aus der Stadt zu bringen. Der jüngste Versuch war am Freitag nach 24 Stunden unterbrochen worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2016 um 17:10 Uhr.

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