Ein Mann vor den Ruinen eines Hauses in Aleppo | Bildquelle: dpa

Lage in Aleppo unklar "Ein Synonym für Hölle"

Stand: 17.12.2016 03:03 Uhr

Die syrische Führung hat die Evakuierung von Zivilisten und Rebellen aus Ost-Aleppo gestoppt. Regierung und Rebellen warfen sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. UN-Generalsekretär Ban reagierte mit deutlichen Worten.

Der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine sofortige Wiederaufnahme der Evakuierungsaktionen in der syrischen Stadt Aleppo gefordert. "Aleppo ist nun ein Synonym für Hölle", sagte Ban bei seiner letzten Pressekonferenz am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Er gibt sein Amt zum Jahreswechsel ab.

Ban während der Pressekonferenz in New York | Bildquelle: AP
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Ban sprach bei seiner Pressekonferenz von Aleppo als "Synonym für Hölle".

Die Vereinten Nationen mobilisierten alle Ressourcen und Mitarbeiter, gleichzeitig müssten die Konfliktparteien alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, "um eine sichere Wiederaufnahme des Evakuierungsprozesses zu ermöglichen", sagte Ban. Das Blutbad in Syrien bleibe "ein klaffendes Loch im globalen Gewissen".

Frankreich und Deutschland beantragten eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats. Das mächtigste UN-Gremium hat sich im Syrien-Konflikt allerdings wiederholt als nicht handlungsfähig erwiesen. Russland, das die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad massiv bei der Rückeroberung Aleppos unterstützt, hat im Sicherheitsrat ein Vetorecht.

Evakuierung gestoppt? Und wenn ja - warum?

Die Lage in Aleppo selbst ist weiterhin unklar. Die Evakuierung von Zivilisten aus dem Ostteil der Stadt, der lange von Rebellen gehalten worden war, wurde gestoppt. Strittig ist, wer dafür die Verantwortung trägt. Die Regierung von Machthaber Assad behauptet, Rebellen hätten einen Konvoi mit Menschen beschossen, die aus dem Gebiet herausgebracht werden sollten.

Diese widersprachen. Ein Sprecher der Rebellengruppe Nur al-Din al-Sinki sagte, regierungstreue Kräfte hätten den Konvoi beschossen und 25 Privatwagen beschlagnahmt, die den Menschen gehörten, die Aleppo verließen. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, "regimetreue Terrorgruppen" hätten das Feuer auf den Konvoi eröffnet.

Evakuierung abgeschlossen? Hilfsorganisationen widersprechen!

Aleppo - Flucht und Erinnerung an bessere Zeiten
nachtmagazin 01:00 Uhr, 17.12.2016, Juri Sonnenholzner, SWR

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Russland meldet gar, die Evakuierung sei bereits abgeschlossen, was von Hilfsorganisationen wiederum bestritten wird. Alle Frauen und Kinder seien inzwischen aus Ost-Aleppo herausgebracht worden, die Evakuierung sei abgeschlossen, heißt es in der Erklärung des Zentrums für Versöhnung in Syrien, einer Einrichtung des russischen Militärs. Das syrische Militär gehe nun gegen die restlichen verbliebenen Rebellen vor.

Nach Angaben der UN und internationaler Hilfsorganisationen warteten jedoch noch Menschen darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. Eine große Anzahl von Frauen und Kindern befinde sich noch in Ost-Aleppo, sagte die Repräsentantin der Weltgesundheitsorganisation in Syrien, Elizabeth Hoff. Sie habe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Evakuierung abgeschlossen sei.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 16. Dezember 2016 um 01:00 Uhr.

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