Regierungstruppen beobachten aus der Ferne die Evakuierung von Ost-Aleppo. | Bildquelle: AFP

Evakuierung des Rebellengebiets Assad erklärt Aleppo für "befreit"

Stand: 15.12.2016 20:34 Uhr

Zehntausende Menschen können das zerbombte Ost-Aleppo endlich verlassen. Busse pendeln, um die Menschen abzutransportieren. Die Stadt sei "befreit", erklärte Machthaber Assad. Mit dem Sieg über die Aufständischen werde "Geschichte geschrieben".

Die ersten Zivilisten und Verwundeten haben die Rebellengebiete in Ost-Aleppo verlassen und sind mit Bussen ins Umland der umkämpften Metropole transportiert worden. Beobachter und syrische Militärkreise berichteten, dass zwei Konvois mit mehreren hundert Menschen Ost-Aleppo verlassen habe. Angesichts der Lage in der Stadt könnte sich die Evakuierungsmission aber noch länger hinziehen.

Assad: "In Aleppo wird Geschichte geschrieben"

Syriens Präsident Baschar al-Assad erklärte die Stadt für "befreit". Er gratulierte dem syrischen Volk in einer Videobotschaft auf dem Kanal der syrischen Präsidentschaft: "Was heute in Aleppo passiert, wird Geschichte schreiben." Die Vertreibung der Aufständischen aus Aleppo ist der größte Sieg Assads seit Beginn des Syrien-Konflikts 2011.

Evakuierung in Aleppo beginnt
nachtmagazin 00:00 Uhr, 16.12.2016, Juri Sonnenholzner, SWR

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Der regimenahe TV-Sender Al-Mayadeen zeigte ab dem Mittag Bilder einer Kolonne mit grünen Bussen und Krankenwagen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und des Syrischen Arabischen Roten Halbmondes, die die Rebellengebiete verließen. Bei einer ersten Fahrt seien 951 Menschen aus der Stadt gebracht worden, hieß es aus syrischen Militärkreisen. Bei einem Drittel davon habe es sich um Kämpfer gehandelt. bei der zweiten Fahrt sollen 1198 Menschen - darunter auch Verwundete - in Sicherheit gebracht worden sein.

Aufständische in der Peripherie sammeln

Menschen verlassen Aleppo | Bildquelle: REUTERS
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Menschen versuchen aus Aleppo zu fliehen - in der Stadt fehlt es an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Zu der Zahl, wie viele Menschen insgesamt aus der Region abtransportiert werden müssen, variieren die Angaben. Syrische Militärkreise sprechen von etwa 15.000 Menschen. Neben 5000 Kämpfern soll es sich demnach um deren Angehörige und um Zivilisten handeln, die sich noch in den eingeschlossenen Gebieten aufhalten. Nach Einschätzung türkischer Stellen müssen zwischen 80.000 und 100.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Sie sollen in die Provinz Idlib südwestlich von Aleppo gebracht werden. Hunderte Kilometer von ihren Heimatorten entfernt. Es ist das Ziel des Regimes, die Aufständischen in der Provinz zu konzentrieren, damit die syrische Armee und ihre Verbündeten nicht länger an vielen verschiedenen Fronten gegen die Rebellen kämpfen müssen. Idlib wird größtenteils von der bewaffneten Opposition kontrolliert.

Die Konfliktparteien hatten sich am Mittwochabend auf den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus Aleppos Rebellengebieten geeinigt, nachdem zuvor eine bereits getroffene Einigung geplatzt war. Die Evakuierung hatte sich zunächst verzögert. Aktivisten und Hilfskräfte berichteten, dass sie bei einem ersten Versuch beschossen worden seien. Fünf Menschen seien dabei verletzt worden.

Es fehlt an Allem

Die Vereinten Nationen bereiten sich nach eigenen Aussagen darauf vor, dass bis zu 100.000 Menschen in die Provinz Idlib fliehen könnten. Die UN seien in Kontakt mit der Türkei, um weitere Flüchtlingslager zu errichten, weil die Menschen möglicherweise auch in der nordwestlichen Provinz Idlib nicht in Sicherheit seien, sagte UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland.

Robert Mardini @RMardiniICRC
My colleague Marianne from E #Aleppo: "I have never seen such levels of human suffering before". It's hard to believe how people survived.

Die Zehntausenden Menschen, die bislang noch in Ost-Aleppo zurückbleiben, müssen in den zerbombten Häusern ausharren. Wegen einer monatelangen Blockade wird die humanitäre Lage dort immer katastrophaler. Es fehlt akut an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Weil es kaum Strom und Treibstoff gibt, können die Menschen trotz der Wintertemperaturen nicht heizen. "Ich habe noch nie zuvor dieses Ausmaß menschlichen Leids gesehen", wird die die Leiterin der IKRK-Mission, Marianne Gasser, in einer Nachricht der Organisation auf Twitter zitiert.

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 15. Dezember 2016 um 00:00 Uhr.

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