Zivilisten in Aleppo versuchen, Säuglinge in Sicherheit zu bringen.  | Bildquelle: AFP

Lage in Aleppo Kampf beendet, Schicksal ungewiss

Stand: 13.12.2016 20:48 Uhr

Der Kampf um Aleppo ist beendet - so zumindest stellt es Russland dar. Zuvor hatte man sich offenbar auf eine Feuerpause geeinigt, die letzten Kämpfer der Rebellen sollen abziehen dürfen. Unklar ist noch, ob das auch für die in der Stadt festsitzenden Zivilisten gilt.

Die umkämpfte syrische Stadt Aleppo ist vollständig in der Hand der Truppen von Machthaber Bashar al Assad - zumindest laut Darstellung Russlands. Das syrische Militär habe seine Einsätze gestoppt, um den bewaffneten Aufständischen und ihren Familien die Flucht aus der Stadt zu ermöglichen, sagte Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin.

Die Rebellen bestätigten den Fall der Stadt zwar noch nicht, hatten allerdings wenige Stunden zuvor die Einigung auf eine Feuerpause bestätigt. Diese solle den Kämpfern und den in den Trümmern der Stadt festsitzenden Zivilisten den Abzug aus der Stadt ermöglichen.

Russland sprach lediglich von einer Abzugserlaubnis für die Rebellen und ihre Familien. Diese erhielten "freies Geleit" und könnten gehen, wohin sie wollen. Das gelte allerdings nicht für die noch in den Rebellengebieten eingeschlossenen Zivilisten. Denn da die Regierungstruppen wieder die Kontrolle über die Stadt hätten, gebe es für die Verbleibenden keinen Grund mehr zur Flucht.

Zivilisten fliehen aus Ost-Aleppo
Morgenmagazin, 14.12.2016, Stephan Lenhardt, SWR

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Humanitäre Katastrophe

Stunden zuvor hatte sich das Rote Kreuz in einem dramatischen Appell an die syrischen Bürgerkriegsparteien gewendet. Tausende Menschen hätten keinerlei Zuflucht vor den Kämpfen, obwohl sie mit der Gewalt in der Stadt überhaupt nichts zu tun hätten, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Nur wenn sich die Kriegsparteien an die Grundregeln von Kriegsrecht und Menschlichkeit hielten, könne eine humanitäre Katastrophe vermieden werden.

Immer wieder hatte es Berichte über Kriegsverbrechen gegeben. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mindestens 82 Zivilisten in den vergangenen Tagen durch syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten getötet. Die Opfer seien regelrecht hingerichtet worden, sagte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville. Unter ihnen seien elf Frauen und 13 Kinder, fügte er unter Berufung auf Informationen von vor Ort hinzu. Ob die Berichte glaubhaft sind, darüber gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Immerhin komme die UN zur Einschätzung, ihrer Quelle sei zu trauen, sagt ARD-Korrespondent Volker Schwenck in der tagesschau. Und er fügte hinzu: "Nach all dem, was im syrischen Bürgerkrieg schon passiert ist, muss man es wohl für glaubwürdig halten."

Regierungstruppen in Ost-Aleppo | Bildquelle: AP
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Regierungstruppen in Ost-Aleppo

Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats

Am frühen Abend hatten Frankreich und Großbritannien eine sofortige Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in der Stadt beantragt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Welt habe die Menschen in Syrien bislang kollektiv hängenlassen. "Der Sicherheitsrat hat seine Hauptaufgabe in Hinblick auf den Erhalt von internationalem Frieden und Sicherheit nicht erfüllt. Die Geschichte wird uns nicht leicht freisprechen, aber dieses Versagen zwingt uns, mehr zu tun, um den Menschen in Aleppo jetzt unsere Solidarität zu zeigen."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Dezember 2016 um 22:25 Uhr.

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