Zivilisten fliehen aus Ostaleppo | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Lawrow verkündet Feuerpause für Aleppo

Stand: 08.12.2016 21:50 Uhr

Ist eine Waffenruhe für Aleppo in Sicht? Die syrische Armee hat nach Angaben des russischen Außenministers Lawrow ihre Angriffe auf Aleppo unterbrochen. Die Rebellen erklärten allerdings, es werde weiter gekämpft.

Die syrische Armee hat russischen Angaben zufolge ihre Angriffe auf Ost-Aleppo unterbrochen. Grund sei, dass eine groß angelegte Aktion angelaufen sei, um Zivilisten aus der belagerten nordsyrischen Stadt zu holen, meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow.

Lawrow äußerte sich demnach auf dem OSZE-Treffen in Hamburg zum Krieg in Syrien. "Ich kann Ihnen heute sagen, dass die Kampfhandlungen der syrischen Armee in Ost-Aleppo unterbrochen wurden", wurde er zitiert. Seinen Angaben zufolge soll es am Samstag in Genf ein Treffen von russischen und US-amerikanischen Militärexperten geben, um die Lage in Aleppo zu erörtern.

Rebellen: Kämpfe gehen weiter

Rebellen in Aleppo widersprachen Lawrows Darstellung: Es gebe noch immer Gefechte zwischen Regimekräften und oppositionellen Milizen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die zwar ihren Sitz in London hat, aber dennoch als gut informiert gilt. Auch Einwohner der Rebellengebiete in Ost-Aleppo berichteten von Artilleriebeschuss und Jets am Himmel. Ein Sprecher der Rebellenmiliz Nur al-Din al-Sinki erklärte, das Regime und Russland versuchten die Nachricht von einer Waffenruhe zu verbreiten. Tatsächlich gebe es weiterhin Angriffe aus der Luft und mit Artillerie.

UN fordert sofortige Waffenruhe in Aleppo
tagesschau 20:00 Uhr, 08.12.2016, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Appell zur Waffenruhe

Zuvor hatten die Vereinten Nationen abermals zu einer sofortigen Waffenruhe in der Stadt aufgerufen. Der Chef der UN-Hilfsmission für Syrien, Jan Egeland, erklärte, die Feuerpause sei dringend erforderlich, damit bis zu 500 kranke und verletzte Kinder Ost-Aleppo verlassen könnten. Derzeit liefen flüchtende Zivilisten Gefahr, ins "Kreuzfeuer" der Kriegsparteien zu geraten oder von "Heckenschützen" getroffen zu werden.

Egeland fügte hinzu, die Kriegsparteien in Syrien und ihre Hintermänner in Moskau lägen in ihrer Einschätzung der Lage in Syrien sehr weit auseinander. Daher gebe es in der Frage einer Waffenruhe bislang keine Fortschritte. Bei einer Feuerpause könnte das UN-Hilfspersonal von West-Aleppo aus Nahrungsmittel für 150.000 Menschen in den Ostteil der Stadt bringen.

Assad gegen Feuerpause

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hatte zuletzt Forderungen nach einer Waffenruhe zurückgewiesen. Diese Möglichkeit "existiert praktisch nicht", sagte Assad in einem Interview mit der syrischen Tageszeitung "Al-Watan". Im Interview warf Assad den USA vor, nur deshalb einen Waffenstillstand zu fordern, weil die von Washington unterstützten Rebellen "in einer schwierigen Lage" seien.

Nach Angaben des Roten Kreuzes gelang es in der Nacht erstmals, Kranke und Zivilisten in einem größeren Umfang aus dem Ostteil Aleppos zu evakuieren. Etwa 150 Menschen seien aus einem Krankenhaus in der Altstadt in den von Regierungstruppen beherrschten Westen der Millionenstadt gebracht worden. Diese Menschen hätten seit Tagen das Krankenhaus angesichts der schweren Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen nicht verlassen können.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

Darstellung: