Aleppo, Bild vom 05.12.2016 | Bildquelle: AP

Kampf um Aleppo Armee erobert offenbar Altstadt

Stand: 07.12.2016 11:48 Uhr

Die Truppen des syrischen Präsidenten Assad haben Beobachtern zufolge die komplette Altstadt von Aleppo zurückerobert. Sie kontrollieren mittlerweile offenbar zwei Drittel des belagerten Ostteils der Stadt. Die Rebellen fordern nun eine Feuerpause.

Der Widerstand der Rebellen in der heftig umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo bricht immer mehr zusammen: Regierungstruppen hätten die gesamte Altstadt Aleppos unter Kontrolle gebracht, meldete die den Rebellen nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Die Rebellen waren demnach zu einem Rückzug aus dem Gebiet gezwungen, weil sie Gefahr liefen, eingekesselt zu werden. Bereits am Dienstag hatten die Armee und ihre Verbündeten das strategisch wichtige Viertel Al-Schaar eingenommen. Insgesamt hätten die Rebellen in den vergangenen zwei Wochen rund zwei Drittel des belagerten Ostteils der Stadt eingebüßt.

Westliche Staaten verurteilen Angriffe auf Ostaleppo
tagessschau 17:00 Uhr, 07.12.2016, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Feuerpause gefordert

Die Rebellen fordern nun eine sofortige fünftägige Feuerpause, damit Zivilisten die umkämpften Gebiete verlassen können. Zudem boten sie ein All-Parteien-Gespräch an, um über die Zukunft Aleppos zu entscheiden. Nach Angaben des Kremls ist eine Abmachung zwischen Russland und den USA weiterhin möglich, die den Rebellen einen sicheren Rückzug ermöglichen könnte. Allerdings seien derzeit keine Gespräche zwischen beiden Ländern geplant, so ein Kreml-Sprecher.

Der Fall Aleppos wäre für Assad ein sowohl propagandistisch wie auch strategisch bedeutender militärischer Erfolg, der sich nach Ansicht von Experten zu einer Wende im 2011 ausgebrochenen Aufstand gegen seine Herrschaft entwickeln könnte. Assad wird von der russischen Luftwaffe sowie iranischen und libanesischen Schiiten-Milizen unterstützt. Ihm stehen diverse Rebellengruppen gegenüber, die sich teils auch untereinander bekämpfen.

Die USA haben bislang gemäßigte Rebellen zusammen mit Verbündeten aus der Luft unterstützt. Ziel der USA ist jedoch nicht der Kampf gegen Assad, sondern gegen die Extremistengruppe "Islamischer Staat".

Israel bombardiert syrischen Militärflughafen

Unterdessen hat Israels Luftwaffe laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur einen Militärflughafen am Stadtrand von Damaskus angegriffen. Anwohner hätten am frühen Morgen laute Explosionen gehört, meldete der libanesische TV-Sender Al-Mayadeen, der der syrischen Regierung nahesteht. Wahrscheinlich habe Israels Luftwaffe vom Libanon aus den Militärflughafen Al-Mese mit Raketen angegriffen. Angaben zu Opfern oder Schäden gibt es derzeit nicht. Die israelische Armee äußerte sich nicht zu dem Vorfall.

Israels Luftwaffe hat bereits mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Vor einer Woche bombardierte ein Jet nach übereinstimmenden Berichten eine Stellung der Armee nahe Damaskus. Laut Beobachtern könnten die Angriffe auch der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gelten, die die syrische Regierung im Bürgerkrieg unterstützt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Dezember 2016 um 09:00 Uhr.

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