Pro-Assad-Kämpfer in Ost-Aleppo | Bildquelle: AFP

Kampf um Aleppo Assads Kämpfer dringen weiter vor

Stand: 30.11.2016 17:43 Uhr

Die syrischen Rebellen haben offenbar ein weiteres Viertel Aleppos an die Assad-Truppen verloren. Bei den heftigen Kämpfen um die Metropole gab es auch heute wieder Dutzende Tote. Russland spricht von einem Sieg im Bürgerkrieg bis Jahresende.

Syrische Regierungstruppen sind weiter in den von Rebellen kontrollierten Ostteil der umkämpften Metropole Aleppo vorgedrungen. Im Südosten der Stadt hätten sie bei heftigen Gefechten Teile des Viertels Scheich Said eingenommen, teilte die in London ansässige und oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Armee habe den Stadtteil vollständig unter Kontrolle gebracht.

Die Rebellenmiliz Nur al-Din al-Sinki erklärte hingegen, sie habe den Angriff abgewehrt und dem Gegner schwere Verluste zugefügt.

Rettungskräften zufolge wurden allein heute mehr als 45 Menschen in Ost-Aleppo getötet. Unter ihnen seien vor allem Frauen und Kinder. Den Angriffen der Rebellen auf den von Regierungstruppen gehaltenen Westteil der Stadt fielen der Nachrichtenagentur Sana zufolge mindestens acht Menschen zum Opfer. Zudem gab es auf beiden Seiten viele Verletzte.

Erfolge für Assad-Truppen

In den vergangenen Tagen hatten die Armee und ihre Verbündeten bereits den Norden der bisher von der Opposition gehaltenen Stadtteile erobert. Insgesamt nahmen sie mehr als ein Drittel des bisherigen Rebellengebiets ein.

Wegen der anhaltenden Kämpfe sind in den vergangenen Tagen laut Aktivisten 70.000 Menschen aus ihren Vierteln in Ost-Aleppo geflohen.

Russland will Hilfskonvois

Syriens Verbündeter Russland will unterdessen Hilfsorganisationen den freien Zugang nach Ost-Aleppo gewährleisten. Nach der Rückeroberung einiger Bezirke durch die Armee unterstütze man die Fahrt humanitärer Konvois in die betroffenen Viertel. Russland wies Vorwürfe syrischer Regierungsgegner erneut zurück, man fliege weiter Angriffe auf Aleppo - dies sei seit dem 18. Oktober nicht mehr der Fall.

Russland geht laut eigenen Angaben davon aus, dass der Kampf um Aleppo bis zum Jahresende entschieden ist. Vizeaußenminister Michail Bogdanow sagte: "Wir müssen diese Terroristen auf dieselbe Art und Weise vertreiben wie dies in Mossul und Rakka geschehen muss." Gestern hatte ein ranghoher Vertreter der pro-syrischen Militärallianz erklärt, Ziel sei es, die Rebellen vor der für den 20. Januar geplanten Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Donald Trump aus Aleppo zu vertreiben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2016 um 17:00 Uhr.

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