Syrer in Aleppo feiern ihren Erfolg. | Bildquelle: AFP

Berichte der Opposition Belagerungsring um Aleppo durchbrochen

Stand: 06.08.2016 18:49 Uhr

Oppositionelle Kämpfer haben offenbar die Belagerung der syrischen Regierungstruppen um Aleppo durchbrochen. Das melden Quellen der Opposition. Die Regierungstruppen hatten den Belagerungsring um die Metropole vor drei Wochen geschlossen.

Nach tagelangen Gefechten haben oppositionelle Kämpfer in Syrien offenbar einen Erfolg gegen die Regierungstruppen errungen. Wie oppositionelle Quellen berichten, gelang es ihnen, den Belagerungsring um die Stadt Aleppo zu durchbrechen.

Kämpfer seien im Südwesten der Stadt vorgerückt und hätten sich mit Kämpfern aus dem eingekesselten Ostteil der Stadt zusammengetan. "Das beweist, dass wir die Belagerung durchbrochen haben", sagte ein Kommandant der Gruppe Dschabhat Fatah al-Scham der Nachrichtenagentur dpa. Die Fateh-al-Scham-Front hieß bis vor kurzem Al-Nusra-Front und stand der Terrororganisation Al Kaida nahe.

Die in Istanbul ansässige Nationale Koalition der Opposition schrieb im Online-Dienst Twitter: "Rebellen durchbrechen Belagerung von Aleppo." Auch die islamistische Miliz Ahrar al Scham teilte über Twitter mit, die Rebellen hätten "den Weg nach Aleppo frei gemacht". Es ist eine der größten Gruppen, die an der Erstürmung Aleppos beteiligt ist.

Eine Nachrichtenseite, die der syrischen Regierung und der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah nahesteht, bestritt diese Berichte allerdings.

Militärgelände angegriffen

Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte über bedeutende Geländegewinne der islamistischen Milizen in Aleppo berichtet. Die Fateh-al-Scham-Front habe zusammen mit Ahrar al Scham mehrere Gebäude einer Militärakademie im Süden der Metropole in ihre Gewalt gebracht.

Die islamistische Gruppierung könne nun die Versorgungsroute der Regierungstruppen unter Beschuss nehmen und womöglich sogar den Belagerungsring um die Rebellenviertel durchbrechen, berichtete die oppositionsnahe Organisation, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt, deren Angaben allerdings nur schwer zu überprüfen sind.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Die Regierungstruppen hatten vor drei Wochen den Ring um den Ostteil der Stadt geschlossen. Die einstige Wirtschaftsmetropole Syriens ist seit dem Sommer 2012 zwischen Regierung und Rebellen geteilt. In Aleppo sind rund 250.000 Menschen eingeschlossen.

Internationale Hilfsorganisationen schlagen seit Tagen angesichts der katastrophalen Lage für die Bewohner Alarm. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert eine sofortige Waffenruhe und Hilfslieferungen für die Menschen in der Stadt.

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