Schild der kubanischen Botschaft in Washington | Bildquelle: AP

Nach "Akustik-Attacken" USA weisen kubanische Diplomaten aus

Stand: 03.10.2017 17:47 Uhr

Im Streit um mysteriöse Erkrankungen amerikanischer Diplomaten in Kuba weisen die USA nun 15 kubanische Diplomaten aus Washington aus. Zuvor hatten die USA rund die Hälfte ihres Botschaftspersonals aus der kubanischen Hauptstadt Havanna abgezogen.

Die USA haben als Reaktion auf die angeblichen "Akustik-Attacken" gegen ihr Botschaftspersonal in Havanna 15 kubanische Diplomaten des Landes verwiesen.

Damit zögen die Vereinigten Staaten die Konsequenz aus dem Mangel an Schutz für ihre Diplomaten in Kuba, begründete US-Außenminister Rex Tillerson die Maßnahme.

Mysteriöse Attacken

Nach US-Angaben erlitten 22 Botschaftsmitarbeiter in Havanna gesundheitliche Schäden durch mysteriöse akustische "Attacken", die vergangenes Jahr begonnen haben sollen.

Demnach hatten Beschäftigte der Botschaft über Hörverlust, Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schlafstörungen geklagt. Die Ursache dafür wurde zunächst nicht geklärt, Medien berichteten von "Akustik-Attacken".

Keine Belege für Attacken

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla teilte seinerseits vergangene Woche mit, dass die Behörden seines Landes keine Belege für die "Akustik-Attacken" gefunden hätten.

Die Affäre um die angeblichen Angriffe stellt eine schwere Belastung für die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba dar, die sich unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf den Weg der Normalisierung begeben hatten.

Die Botschaft der USA in Havanna, Kuba | Bildquelle: dpa
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Nach jahrzehntelanger Eiszeit wurde die US-Botschaft in Havanna im Juli 2015 wiedereröffnet.

Abkehr von Kuba-Politik

Der heutige US-Präsident Donald Trump leitete allerdings im Juni eine Abkehr von Obamas Kuba-Politik ein. Er nahm von seinem Amtsvorgänger eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem kommunistischen Inselstaat zurück. Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein "grausames und brutales Regime" und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk25 am 03. Oktober 2017 um 18:00 Uhr.

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