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Entscheidung der US-Behörden

HIV-Test für zuhause zugelassen

Eine Frau benutzt einen HIV-Test für den Hausgebrauch
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Für den HIV-Selbsttest reicht bereits eine Speichelprobe.

Erstmals haben US-Behörden einen HIV-Test für den Hausgebrauch genehmigt. Der "OraQuick In-Home HIV Test" zeigt nach 20 bis 40 Minuten an, ob eine Infektion wahrscheinlich ist. Getestet wird dabei nicht Urin, sondern Spucke. Das Analysegerät, das im Oktober in den USA auf den Markt kommt, soll umgerechnet weniger als 20 Euro kosten.

Allerdings weist die zuständige U.S. Food and Drug Administration (FDA) auf eine erhebliche Fehlerquote hin. Klinische Studien hätten ergeben, dass der Test nur 92 Prozent aller HIV-Infektionen erkennt. "Das heißt, falsche negative Ergebnisse bei HIV-Erkrankten sind bei jedem zwölften Test zu erwarten", teilte die FDA mit. Bei den "positiv"-Resultaten sei eines aus 5000 nicht korrekt - der Patient also doch nicht infiziert.

"Schritt zur Normalisierung im Umgang mit AIDS"

Die "New York Times" sieht die gesellschaftliche Auswirkungen des neuen Tests dennoch positiv: Die Verfügbarkeit eines HIV-Tests für zuhause sei "ein weiterer Schritt zur Normalisierung im Umgang mit einer Krankheit, die einst ein Schandmal und ein Todesurteil war". Das Blatt zitiert HIV-Entdecker Robert Gallo mit den Worten, die Testmöglichkeit sei "wunderbar, weil sich jetzt mehr Menschen über das Thema Gedanken machen werden".

Kritiker warnen dagegen vor einer größeren Suizid-Gefahr: Wer das Ergebnis eines Tests allein im Badezimmer statt von einem Arzt erfahre, könne überreagieren. Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention schätzt, dass in den USA 1,2 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert sind. Jeder fünfte Träger des Virus soll sich dessen nicht bewusst sein.

AIDS-Hilfe schließt Einführung in Deutschland aus

Bei der Deutschen AIDS-Hilfe lehnt man eine Einführung des Selbsttests in Deutschland derzeit ab:  "Solche Tests sollten in der Lage sein, zumindest die Infektion sicher auszuschließen", sagt Karl Lemmen, Referent für Qualitätssicherung bei der AIDS-Hilfe. Dafür sei die Entwicklung des Tests noch nicht weit genug fortgeschritten. In den USA sei die Ausgangslage eine andere: "Menschen ohne Krankenversicherung können sich dort keine ärztliche Untersuchung leisten."

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts leben in Deutschland 73.000 Menschen mit HIV. 14.000 wissen demnach noch nichts von ihrer Infektion. Die Gefahr, das Virus zu weiterzuverbreiten, kann mit Medikamenten deutlich gesenkt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Betroffene um seine Infektion weiß.

Stand: 04.07.2012 17:42 Uhr

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